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Cyberattacke: Unbekannte Hacker stehlen Daten des Bundestags

In dem bisher schwersten Cyberangriff auf das deutsche Parlament sind unbekannte Täter an Daten gelangt. Laut Medienberichten wird der Verdacht immer stärker, dass ein Geheimdienst dahinter steckt.

Bislang ist immer noch unklar, ob Sicherheitsexperten das Schadprogramm mittlerweile stoppen konnten

Bislang ist immer noch unklar, ob Sicherheitsexperten das Schadprogramm mittlerweile stoppen konnten

Bei der jüngsten und bisher schwersten Cyberattacke auf den Bundestag ist es den Hackern gelungen, Daten zu stehlen. Es seien "mittlerweile vereinzelte Datenabflüsse festgestellt worden", sagte ein Sprecher der Bundestagverwaltung am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Die betroffenen Büros sind informiert und Gegenmaßnahmen sind ergriffen worden." Weitere Angaben zum Spähangriff wollte er nicht machen. Nach wie vor unklar ist, wer hinter der Attacke steht und ob die Sicherheitsexperten das Schadprogramm mittlerweile stoppen konnten.

Vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass Bundestags-Computer Ziel einer bislang beispiellosen, mehrtägigen Attacke unbekannter Hacker geworden waren. Die Hacker hatten Medienberichten zufolge die Computer einer Fraktion mit einem sogenannten Trojaner infiziert und sich so Zugang zu Administrator-Passwörtern verschafft. Damit sei es ihnen gelungen, ins gesamte Bundestags-Netzwerk einzudringen. Auch Computer von Regierungsmitgliedern sind von dem Angriff betroffen.

Auswirkungen schwerer als angenommen

"Durch den bestätigten Datenabfluss ist klar, dass die Auswirkungen des Cyberangriffes auf den Bundestag noch schwerwiegender sind, als bisher angenommen", beklagte die Grünen-Abgeordnete Steffi Lemke. "Dieser Angriff legt offen, dass das Innenministerium den Aufbau einer funktionierenden Cyberabwehr komplett verschlafen hat."

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge verdichten sich Hinweise, dass die Spähaktion von einem Geheimdienst initiiert wurde. Demnach stellten Sicherheitsexperten Parallelen zu einem Cyberangriff auf deutsche Datenleitungen 2014 fest, hinter dem ebenfalls ein feindlicher Nachrichtendienst vermutet wird.

Erstmals aufgefallen war die aktuelle Attacke, als Anfang Mai zwei Bundestagsrechner versuchten, einen Server in Osteuropa anzuwählen, der als Plattform für Wirtschaftsspione und organisierte Kriminelle im Visier von Geheimdiensten steht.

amt/DPA / DPA
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