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North Carolina US-Gouverneur begnadigt fünf unschuldige Häftlinge – einer von ihnen saß 44 Jahre ein

Foto eines mit Stacheldraht bespickten Mauer.
Einer der Begnadigten saß über Jahrzehnte im Gefängnis – weil Hinweise waren unterschlagen wurden.
© Patrick Hendry / Unsplash
Raub, Vergewaltigung, Tötung: Fünf Männer saßen teils Jahrzehnte unschuldig im Gefängnis. Nun hat sie der Gouverneur von North Carolina offiziell begnadigt.

Roy Cooper, Gouverneur des US-Bundesstaates North Carolina hat fünf Männer begnadigt, die für Verbrechen verurteil worden waren, die sie nicht begangen haben. Einer von ihnen saß 44 Jahre hinter Gittern – er wurde fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigt.

44 Jahre Haft – Hinweise unterschlagen

Dieser Begnadigte war im August im Alter von 64 Jahren entlassen worden, nachdem er über vier Jahrzehnte inhaftiert gewesen war. Der Afroamerikaner war 1976 der Vergewaltigung und des Einbruchs für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde aufgehoben, nachdem der Bundesstaat North Carolina einen Antrag beim Bundesgericht eingereicht hatte. Laut "CNN" habe ein Richter festgestellt, dass die Beweise am Tatort nicht zum Verurteilten passen – diese Hinweise seien von den Strafverfolgungsbehörden absichtlich zurückgehalten worden.

Fälle seien "sorgfältig geprüft" worden

Die anderen vier Männer hatten sich vor Gericht für Verbrechen von bewaffnetem Raub bis hin zum Mord zweiten Grades – ähnlich dem deutschen Totschlag – schuldig bekannt. Einer von ihnen war zum Zeitpunkt seiner Verurteilung 16 Jahre alt. Alle vier waren über zehn Jahre in Haft und wurden später für unschuldig befunden.

"Ich habe die Fakten in jedem dieser Fälle sorgfältig geprüft und, obwohl ich diesen Männern die Zeit, die sie verbüßt haben, nicht zurückgeben kann, gewähre ich ihnen Begnadigungen der Unschuld in der Hoffnung, dass sie besser in der Lage sein werden, in ihrem Leben voranzukommen", sagte Cooper in einer Presseerklärung. Es müsse weiterhin daran gearbeitet werden das Justizsystem zu reformieren.

2020: Ein historisch "tödliches Jahr"

Auf der anderen Seite wurden laut US-Medien 2020 so viele Todesurteile auf Bundesebene vollstreckt, wie seit mindestens 100 Jahren nicht mehr. Am 11. Dezember wurde der zehnte Häftling in diesem Jahr hingerichtet: Dabei handelte es sich um einen 56-Jährigen, der für den Mord an seiner zweijährigen Tochter verurteilt worden war.

Zuvor war die Todesstrafe auf Bundesebene für 17 Jahre ausgesetzt worden. Die Trump-Regierung hatte den Vollzug erst im Juli wieder eingeführt – allein seit der US-Wahl waren drei Menschen getötet worden.

Quellen: "CNN"; "New York Times"; Pressemitteilung Gouverneur Cooper

yks

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