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Verbrannte Leichen im Auto Verirrter Mann gibt ersten Hinweis


Mysteriöser Kriminalfall in Brandenburg: In einem Waldstück liegen zwei verkohlte Leichen in einem Auto. Den Hinweis gibt ein Unbekannter, der schwer verbrannt an der Autobahn umherirrt.

Die Szene erinnert an einen Horrorfilm: Mitten in der Nacht irrt ein Mann mit schweren Brandverletzungen an der A 24 bei Berlin umher. Der Unbekannte führt die alarmierte Polizei zu einem Waldstück, wo zwei verkohlte Leichen in einem ausgebrannten Auto mit dänischem Kennzeichen liegen. So hat es sich am Freitagmorgen nahe der Ortschaft Börnicke im Havelland zugetragen, wie die Potsdamer Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium erklärten. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich bei den Toten um zwei Kinder.

Der unbekannte, schwer verbrannte Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Berliner Spezialklinik geflogen. "Er wurde operiert und ist derzeit nicht ansprechbar", sagte Ralf Roggenbuck von der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler tappen noch im Dunkeln, was sich in dem Waldstück an der Bundesstraße 273 abgespielt hat.

Gegen vier Uhr früh hatten Autofahrer die Polizei informiert, weil sie einen verwirrten Mann mit schweren Brandverletzungen an der A 24 an der Anschlussstelle Kremmen gesehen hatten. Ein Zeuge sprach den Mann an. Das Gespräch habe auf Englisch stattgefunden, sagte Staatsanwalt Roggenbuck.

Als die Polizeibeamten eintrafen, gab der Mann den Hinweis mit dem brennenden Auto im Wald. In der Nähe stießen die Polizisten dann auf den ausgebrannten Wagen mit den Toten. Das Auto stand etwa 200 Meter von der B 273 entfernt auf einem Forstweg. Die Toten waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen, der Fundort an der B 273 wurde weiträumig abgesperrt. Das Fahrzeug mit den beiden Leichen blieb zur Spurensicherung zunächst am Ort. Mit einem Schneidbrenner zerlegten Kriminaltechniker das Fahrzeug in einzelne Teile. Kurz vor Mittag verließ ein Leichenwagen den Ort.

Es sind Vorgänge, die an einen ganz ähnlichen Fall in Schönefeld (Dahme-Spreewald) vor fast zwei Jahren erinnern: Dort wurden am 24. August 2009 eine Mutter und ihre drei Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren tot in einem ausgebrannten Auto entdeckt. Die Ermittler gingen damals von einem erweiterten Suizid der Mutter aus.

Wie die Menschen in dem Waldstück im Havelland umkamen und ob sie vielleicht schon vor dem Feuer tot waren, soll am Samstag eine Obduktion klären. Die Ergebnisse der Gerichtsmediziner will Staatsanwalt Ralf Roggenbuck am Montag bekanntgeben.

Haiko Prengel, DPA DPA

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