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Vergiftete deutsche Schüler in der Türkei: Sonne, Meer und tödlicher Alkohol

Es war eine Klassenfahrt in den Tod: Im Frühjahr starben drei deutsche Schüler, weil sie in der Türkei gepanschten Alkohol getrunken hatten. Nun gibt es Ungereimtheiten bei der Aufklärung des Falls. Klar ist jedoch: Gepanschter Alkohol ist in der Türkei an der Tagesordnung. Selbst ein bekannter Reiseveranstalter warnt davor.

Von Frauke Hunfeld und Metin Yilmaz

Im Fall der drei Lübecker Schüler, die auf einer Klassenreise in die Türkei an vergiftetem Wodka starben, gibt es neue Fragen. Der stern berichtet in seiner neuesten Ausgabe von zahlreichen Ungereimtheiten bei den bisherigen Ermittlungen. So seien in den Zimmern der Schüler keine Flaschen jener Lieferanten gefunden worden, die wenige Tage später verhaftet wurden. Rätselhaft ist zudem, wieso außer den sieben Schülern, von denen vier überlebt haben, kein anderer Hotelgast gesundheitliche Probleme hatte. Auch die Analyseergebnisse der sichergestellten Flaschen sind widersprüchlich. Eine erste Analyse hatte keine Spuren des giftigen Methanols ergeben, eine zweite derselben Flasche hingegen wies Methanol in tödlicher Konzentration auf.

Massenhaft gepanschter Alkohol im Umlauf

Nach Angaben von Tourismusexperten und Alkoholproduzenten ist in den Touristenregionen der Türkei massenhaft gefälschter Alkohol im Umlauf. Grund dafür sind vor allem die hohe Steuern von bis zu 80 Prozent, die auf Alkohol erhoben werden. Den Flaschen mit dem illegalen Alkohol fehlen dann zumeist die wichtigen Steuerbanderolen - oder diese sind einfach gefälscht worden. Galip Yorgancioglu, Geschäftsführer des größten Alkoholproduzenten Mey, macht sich keine Illusionen. Viele Hersteller des illegalen Alkohols würden sich nicht mal die Mühe machen, Flaschen abzufüllen, sagt er. "Illegaler Schnaps wird an die Hotels im Süden kanisterweise geliefert." Zumeist sind diese Alkoholika jedoch nicht gesundheitsschädlicher als legaler Alkohol. Aber wo unkontrolliert abgefüllt, gepanscht und gestreckt wird, passieren eben auch tödliche Fehler.

In diesem Frühjahr starben zwölf Menschen innerhalb von 20 Tagen, darunter die drei Schüler aus Deutschland. Inzwischen sagen auch Touristikmanager der Region: Wir haben ein Problem. Sie verlangen Gegenmaßnahmen, mehr Kontrollen und höhere Strafen. Auch die Produzenten stehen in der Pflicht: Als vor vier Jahren 30 Menschen nach dem Konsum der beliebten Sorte Yeni Raki starben, ließ die Herstellerfirma landesweit Millionen Flaschen einsammeln und vernichtete den Raki und die Flaschen. Zudem forderte das Unternehmen die Bevölkerung auf, Raki in bisherigem Design nicht mehr anzurühren - wo immer dieser auch auftauchen möge. Es solle abgewartet werden, bis die neuen Flaschen mit Golddeckel in den Regalen stehen.

Dabei gibt es auch unter den großen Firmen immer wieder schwarze Schafe: Bei einem Großproduzenten wurden erst im Mai wieder fast eine Million Flaschen beschlagnahmt - sie trugen falsche Steuerbanderolen.

Im Kampf gegen die Folgen tödlicher Mischungen ruft die türkische Behörde zur Regulierung des Alkoholmarktes die Bevölkerung mittlerweile zu Wachsamkeit auf: "Prüfen Sie ob Flasche, Etikett und Deckel unbenutzt aussehen", heißt es auf der Internetseite der Behörde. "Untersuchen Sie den Deckel der Flasche auf eventuelle Löcher von Injektionsspritzen. Checken Sie, ob der Code der Banderole mit dem am Flaschenhals übereinstimmt. Bestehen Sie im Restaurant darauf, dass Flaschen erst an ihrem Tisch geöffnet werden."

Touristen empfiehlt Deutschlands größter Türkei-Reise-Veranstalter, Vural Öger, im stern eine noch einfachere Lösung: "Trinken Sie in Billig-Anlagen derzeit keinen Wodka."

Den vier überlebenden Schülern aus Lübeck geht es inzwischen gut. Sie gehen bereits wieder zur Schule. Gegen den begleitenden Lehrer prüft die Lübecker Staatsanwaltschaft Ermittlungen. Der stern berichtet zudem, dass das Arbeitsamt Lübeck in mindestens einem Fall die Teilnahme an der Klassenfahrt bezuschusst hat.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.