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Video 72. Berlinale - komprimierter und übersichtlicher

260 lange und kurze Filme will die Berlinale diesmal zeigen, v-erteilt auf neun Sektionen. Ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber 2020. Im zweiten Jahr ohne wirkliche Berlinale-Atmosphäre wird die Auswahl der Filme kompakter und übersichtlicher. Genau wie das Zuschauer-Aufkommen. Doch immerhin dürfen dieses Jahr vermutlich Leute kommen. Die Veranstalter planen mit einer 50-prozentigen Platzbelegung, Zugang nur mit 2G+, die Dauer: 7 statt 11 Tage. Doch auch das könnte sich noch ändern. Der künstlerische Leiter Carlo Chatrian: "Wir haben noch keine Absagen von Gästen erhalten, auch nicht von 'Call Jane', wo Elizabeth Banks die Hauptrolle spielt, aber wir sind uns bewusst, dass sich die Dinge in drei Wochen ändern können. Wir sind uns bewusst, dass Reisen problematischer werden können, als sie es im Moment sind." Partys und Empfänge fallen aus, für kurze Auftritte der Stars auf dem roten Teppich wird hingegen gesorgt. Inhaltlich dominiert das Thema Liebe. Werke wie "Both Sides of the Blade" der französischen Regisseurin Claire Denis, in dem Juliette Binoche eine Frau spielt, die sich zu Pandemiezeiten in einer Dreiecksbeziehung befindet, signalisieren eine Wende hin zu mehr Emotionalem des sonst so politischen Festivals. Laut Chatrian gehe es bei der diesjährigen Ausgabe darum, die durch zwei Jahre der Isolation zerrissenen sozialen Bindungen wiederherzustellen. "Noch nie haben wir so viele Liebesgeschichten gesehen und begrüßt wie in diesem Jahr: verrückte, unwahrscheinliche, unerwartete, berauschende Liebe, um die es ja im Grunde bei allen Begegnungen geht." Achtzehn Filme konkurrieren um den begehrten Goldenen Bären in einem abgespeckten Wettbewerb, dessen Organisatoren sich eine Rückkehr zu Live-Vorführungen trauen. Aber auch das kann sich noch ändern, sagt Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek: "Ich hoffe natürlich, dass wir tatsächlich weitermachen können. Wie Sie schon gesagt haben, ist das nicht selbstverständlich. Und wenn wir wirklich weitermachen können, denke ich, werde ich auf jeden Fall froh sein, dass es uns trotz der unvorhersehbaren Entwicklungen gelungen ist, uns mit allen Verantwortlichen auf ein Format zu einigen, mit dem wir so sicher wie möglich sein können. Ich werde dann Freude empfinden. Aber bis dahin brauche ich noch ein paar Wochen." Die 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden also wie gehabt hinter dem Vorhang von Corona statt.
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