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Video Bund plant "Doppel-Wumms" gegen hohe Energiepreise

STORY: Die Inflation in Deutschland hat sich im September massiv erhöht und ist auf den höchsten Stand seit Anfang der 1950er Jahre geklettert. Nach dem Wegfall des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts kosteten Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 10,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 9,4 Prozent gerechnet, nach 7,9 Prozent im August. Der Ukraine-Krieg hat die Kosten von Rohstoffen und Lebensmitteln enorm in die Höhe getrieben, vor allem aber die für Energie. Um die Gas- und Strompreise zu drosseln, hat die Bundesregierung einen kreditfinanzierten Abwehrschirm in Höhe von 200 Milliarden Euro beschlossen. Die Gasumlage, die eigentlich zum 1. Oktober in Kraft treten sollte, werde nicht mehr gebraucht, sagte Bundeskanzler Scholz. Stattdessen soll es eine Gaspreisbremse geben. "Ich habe einmal bei anderer Gelegenheit gesagt: Die Maßnahmen, die wir ergreifen, sind ein Wumms. Man kann sagen, das ist hier ein Doppel-Wumms. Es soll dazu beitragen, dass jetzt schnell, zügig und für alle schnell feststellbar die Preise sinken für Energie, so dass sich niemand Sorgen machen muss, wenn er an den Herbst, an den Winter denkt." Bundesfinanzminister Christian Lindner sprach von einem Energiekrieg, gegen den man sich zur Wehr setze. "Das ist eine glasklare Antwort an Putin. Aber es ist auch eine glasklare Richtungsweisung an die Menschen in unserem Land. Wir sind wirtschaftlich stark und diese wirtschaftliche Stärke mobilisieren wir, wenn es erforderlich ist." Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mahnte, man sei immer noch in einer kritischen Situation. "Ja, es ist so, wie der Bundeskanzler gesagt hat: Die Speicher sind voll. Aber wir sehen auch, dass die Verbräuche gerade im privaten Bereich noch nicht in dem Maße runtergehen, wie es eigentlich notwendig wäre. Deswegen, bei aller Bereitschaft, jetzt viel Geld in die Hand zu nehmen und die Preise abzufedern: die Notwendigkeit, Energie einzusparen, bleibt unvermindert bestehen." Das jetzt beschlossene Programm soll dem Grünen-Politiker zufolge eine Laufzeit bis Ende des übernächsten Winters haben. Sein FDP-Kabinettskollege Lindner sagte, für weitere Forderungen aus den Bundesländern stehe das Geld nicht zur Verfügung.
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Die Inflation in Deutschland ist mit 10,0 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang der 1950er Jahre geklettert. Hohe Gas- und Strompreise will die Ampel-Regierung nun mit einem 200-Milliarden-Euro-Schirm bremsen.

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