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Video Helfer fordern mehr Anstrengungen gegen Affenpocken

STORY: Geduldig warten Bürger in Chicago am Montag auf eine Impfung gegen Affenpocken. Die Krankheit bereitet den Menschen hier Sorge - und nicht nur ihnen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen der raschen Ausbreitung der Virusinfektion am Wochenende die höchste Alarmstufe ausgerufen. Internationale Reaktionen sollen so besser koordiniert werden können, um zum Beispiel Mittel für Impfstoffe freizugeben. Genau darauf hofft Kara Eastman von der Hilfsorganisation Test Positive Aware Network in Chicago. Für die rund 200 Interessierten, die hier in Chicago Schlange stehen, gibt es nur 100 Impfdosen. Die anderen müssen die Helfer wieder wegschicken. "Leider haben wir nicht die Reaktion, die wir uns wünschen würden. Als gäbe es in unserem Land eine kleine diskriminierende Praxis, dass wir bei bestimmten Gemeinschaften, sei es die LGBTQ-Gemeinschaft oder Menschen mit anderer Hautfarbe, nicht so schnell reagieren, wie wir sollten." Die meist mild verlaufenden Affenpocken werden durch engen Körperkontakt übertragen. Außerhalb Afrikas hatte es bis vor kurzem nur wenige Fälle gegeben. In diesem Jahr wurden bereits 16.000 Infektionen in mehr als 75 Ländern registriert. Meist waren Männer betroffen, die Sex mit Männern hatten. David aus Chicago fürchtet, dass Vorurteile den Kampf gegen die Krankheit erschweren könnten. "Wir müssen in dieser Sache wirklich wachsam sein. Wir müssen die Menschen aufklären und wirklich vorsichtig sein und so gut wie möglich versuchen, diese Ausbreitung zu verhindern. Wir brauchen nicht noch mehr Stigmatisierung, mehr Gewalt und mehr Verunglimpfung unserer Leute und Familie.“ In der WHO war es bis zuletzt umstritten, den Gesundheitsnotstand wegen der Affenpocken auszurufen.
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Gesundheitsmitarbeiter in Chicago kritisieren, dass es vor Ort nicht genug Impfstoff gibt. Am Wochenende hatte die WHO wegen der Ausbreitung der Virusinfektionen den Gesundheitsnotstand erklärt.

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