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Video Kardinal Marx: „Ich klebe nicht an meinem Amt“

"Urteile statt Gutachten" - das forderten am Donnerstag in München vom sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Betroffene wie Agnes Wich draußen, während drinnen der Münchner Kardinal Reinhard Marx zum jüngsten Missbrauchsgutachten Stellung nahm. "Sobald er ein Hindernis darstellen würde im Bezug auf die Aufarbeitung, die sich ergeben hat durch die klaren Darstellungen im Gutachten, dann würde er sich zurückziehen - oder zurücktreten oder wie auch immer. Ich finde das einfach diffus. Und die Verantwortung wiederum an andere abzugeben - 'und wenn ich störe, dann gehe ich', statt zu sagen: 'Das und das sind meine persönlichen Konsequenzen' -, und diese ganz klare Haltung, diese ganz klare Stellungnahme, die vermisse ich nach wie vor." Erschütterung, Entschuldigung, aber keine konkreten Konsequenzen. Ein erneutes Rücktrittsgesuch an den Papst lehnte Marx vorerst ab. "Es Der Umgang mit Missbrauch in der Kirche war und ist für mich Chefsache und steht nicht im Gegensatz zum Verkündigungensauftrag. Ich war und bin nicht gleichgültig. Hätte ich noch mehr und engagierter handeln können? Sicher, ja." "Als Erzbischof trage ich nach meiner moralischen Überzeugung und in meinem Amtsverständnis Verantwortung für das Handeln des Erzbistums. Ich klebe nicht an meinem Amt." Ein in der vergangenen Woche vorgestelltes Gutachten zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hatte unter anderem Papst Benedikt XVI. schwer belastet. Die Autoren werfen dem emeritierten Papst in mehreren Fällen Fehlverhalten vor.
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Betroffene protestierten unterdessen gegen den bisherigen Umgang der katholischen Kirche mit den veröffentlichten Vorgängen.

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