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Video Schwesig: Norden will Weltmarktführer beim Thema erneuerbare Energien werden

STORY: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sieht ihr Bundesland in einer Vorreiterrolle für den Import von LNG-Gas - und das durch die umstrittenen Investitionen in die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2. Schwesig sprach während eines Besuchs im Hafen von Rostock. "Die Investitionen von Nord Stream 1 und 2 ist für Mecklenburg-Vorpommern gut gewesen, weil wir damit eine Anlandestation haben und ein Riesenverteilnetz für alle anderen Bundesländer im Osten, auch für Bayern und Baden-Württemberg, um LNG-Gas zu verteilen. Das ist nicht nur wichtig für Mecklenburg-Vorpommern, das ist viel wichtiger für die anderen Bundesländer. Und das ist der Vorteil dieser Infrastruktur und deshalb haben wir als Land auch diese Infrastruktur immer unterstützt." Schwesig war für ihren Einsatz für die Nord Stream 2-Pipeline kritisiert worden, die noch mehr russisches Gas nach Deutschland und Westeuropa bringen sollte. Sie hatte sich nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aber hinter die Entscheidung der Bundesregierung gestellt, keine Betriebsgenehmigung mehr für diese Pipeline auszusprechen. "Das Gute ist: Die Kapazitäten für die Weiterleitung von LNG-Gas sind da, weil ja das Gas von Nord Stream 1 und 2 nicht durch die Leitungen geht in dem Umfang und nun haben wir die Kapazitäten, um dieses LNG schnell anlanden zu können. Wir haben hier zwei Möglichkeiten: Das ist einmal ein LNG-Terminal, das wird noch dauern. Das ist eine größere Infrastruktur. Und gleichzeitig gibt es einen Anbieter, der bereit ist, mit einem Schiff Gas zu shutteln. Er sagt er kann das bis Dezember, das wird jetzt alles geprüft, aber die Anlandestation ist da." Mit Blick auf die Stromnetze warf die SPD-Politikerin den südlichen Landesregierungen - in Anspielung auf Bayern - vor, den Ausbau der bundesweiten Leitungen verschleppt zu haben. "Wir wundern uns schon lange im Nordosten, dass die Netze nicht schnell genug ausgebaut werden, wie haben hier unsere Netze ausgebaut. Wir haben teilweise Strom, wir haben teilweise Energie aus Strom und Sonne, den wir gar nicht einspeisen können, weil der Netzausbau in den letzten Jahren nicht genug erfolgt ist." Im Rahmen der Energiewende sind große Stromtrassen von Norden nach Süden geplant, deren Bau sich jedoch erheblich verzögert hat. Für die Industrie im Norden sieht Scheswig dagegen durch den massiven Ausbau von Offshore- und Onshore-Windenergie die Chance, industriell nach vorne zu kommen. Laut OECD könne der Norden Deutschlands Weltmarktführer bei dem Thema Erneuerbare Energien werden. Schwesig kritisierte die Bundesregierung wegen hoher Netzentgelte auf billig produzierten Strom. "Es kann nicht sein, dass wir hier im Norden die Windenergie produzieren, damit auch die Belastung haben. Denn Menschen empfinden Windräder vor ihrer Haustür als Belastung - und gleichzeitig die höchsten Strompreise haben. Es ist ungerecht, dass die, die die meiste erneuerbaren Energien produzieren, die die höchsten Strompreise haben. Das muss sich ändern und da ist die Bundesregierung gefragt." Auf der anderen Seite sehe sie einen weiteren möglichen Standortvorteil etwa für Küstenregionen, wenn dort billig erzeugter Windstrom auch zu geringeren Kosten von der Industrie genutzt werden könnte.
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Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern sagte in der vergangenen Woche bei einem Besuch im Hafen von Rostock, in ihrem Bundesland seien die Voraussetzungen erfüllt, um schnell LNG-Gas anlanden zu können - auch dank der erfolgten Investitionen in die umstrittenen Pipelines Nord Stream 1 und 2.

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