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Video Start-up setzt auf nachhaltige Bausteine

Sie mögen zwar an Kinderspielzeug erinnern, doch diese Bausteine können weit mehr. Die Hersteller sehen sie als eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichem Baumaterial. Die Bausteine sind sowohl ökologisch sparsam produziert, wiederverwertbar als auch mobil. Soll heißen: aus ihnen errichtete Bauwerke können auseinandergenommen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Andreas Kunsmann vom Hersteller Polycare im thüringischen Suhl wirft einen Blick zurück: "Der Impuls kam nach der Katastrophe auf Haiti, wo sich unsere Gründer gedacht haben, wie können wir den Bauprozess radikal vereinfachen und Menschen befähigen, selbst zu bauen, mit lokalen Materialien." Die Blöcke bestehen aus Polymer-Beton. Zement wird hier durch Kunstharz ersetzt. Der Stoff wird in Formen begeben. Die Bauteile verfügen dann über Noppen und werden über Stangen miteinander verbunden. "Die Steine sind nicht nur handelbar und tragbar, mit purer Hand, sondern sie müssen auch nicht vermörtel oder verklebt werden. Sie werden lediglich gesteckt und dann werden über unser System Gewindestangen durch dieses Mauerwerk geführt, die gehalten werden durch unsere Grundleisten und Ringanker und die das ganze System in sich verspannen. Und deswegen ist der Aufbau extrem leicht, braucht keine großartigen Fähigkeiten. Das Gebäude lässt sich auch wieder abbauen, wenn man möchte." Man habe ein äußert ökologisches Produkt geschaffen. Denn diese Bauweise bringe Materialersparnis, so der Hersteller. "Wir benutzen oder brauchen 75 Prozent weniger Material, um dieses Volumen zu bauen. Das liegt vor allem daran, dass unser Material vier bis fünf Mal so stark ist wie normaler Beton." Somit ließe sich sehr sparsam dimensionieren. In Namibia hat das Unternehmen bereits rund 100 Häuser auf diese Weise errichtet. Dabei sei es möglich, auch mit Sanden Baumaterial zu schaffen, die derzeit nicht für die Zement- und Betonindustrie verwendbar seien. "Sie müssen sich vorstellen, wir müssen ja immer lokal denken. Also wenn wir in einem Markt wie Namibia gehen oder Südafrika oder andere Märkte, dann finden wir immer unterschiedliche Sande vor. Die müssen wir verstehen, die Zusammensetzung, bis hinzu, in welchem Verhältnis muss die Rezeptur abgestimmt werden." In Zukunft sind für Polycare die Lieferung von Baustein-Produktionsanlagen und der Verkauf von Lizenzen denkbar, möglicherweise auch der Verkauf von Sets zum Selberbauen.
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Das Unternehmen Polycare aus dem thüringischen Suhl formt Bausteine, die sparsam produziert, wiederverwendbar und somit nachhaltig sind. Die Idee kam den Gründern nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti im Jahr 2010.

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