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Frankreich: Familie soll Neunjährigen totgeprügelt haben, weil er seine Hausaufgaben nicht machte

Eine ungeheuerliche Nachricht aus Frankreich erreicht derzeit die Medien weltweit. Ein neunjähriger Junge soll von seiner Familie totgeprügelt worden sein, weil er sich weigerte, seine Hausaufgaben zu machen. Die Polizei nahm vier Familienmitglieder fest.

Polizei Frankreich

Die französische Polizei hat im Zusammenhang mit einem zu Tode geprügelten Jungen diverse Familienmitglieder festgenommen (Symbolbild)

Picture Alliance

Französische Ermittler haben im elsässischen Mülhausen (Mulhouse) vier Menschen in Gewahrsam genommen. Sie sollen einen neun Jahre alten Jungen totgeschlagen haben, der zu ihrer Familie gehörte. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen nicht gemachte Hausaufgaben der Grund für die Tat sein.

Die Mutter, die 20 Jahre alte Schwester, der 19 Jahre alte Bruder und dessen schwangere Freundin wurden festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft in Mülhausen am Mittwochabend mitteilte.

Der Junge war bereits Mitte September tot Zuhause aufgefunden worden. Seine Schwester, sein Bruder und dessen Freundin hatten laut AFP Retter alarmiert, da sie das Kind nicht wiederbeleben konnten. Eine Autopsie habe ergeben, dass der Junge vermutlich an den Folgen der Schläge gestorben sei. Die Mutter war demnach während der Tat auf einer Reise unterwegs gewesen.

Mutter soll Söhne zur Tat ermutigt haben

Die französische Lokalzeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise, das Kind sei mit stumpfen Gegenständen geschlagen worden, unter anderem mit einem Besenstiel. Die Mutter sei sich der Lage wohl bewusst gewesen und habe möglicherweise gar zu der "Bestrafung" ermutigt. Die Ermittler wollen nun herausfinden, welche Rolle die Familienmitglieder bei der tödlichen Tat spielten.

Der Tod des Jungen hatte laut der Zeitung in der Nachbarschaft große Anteilnahme ausgelöst. Die Umstände seines Todes waren zunächst unklar. Zur Unterstützung der Eltern war dem Bericht zufolge sogar ein Trauermarsch organisiert worden.

sve / DPA