Weihnachten Papst feiert Mitternachtsmette in Rom


Schon zum 25. Mal kamen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen die Gläubigen in den Petersdom. Zur Mittagszeit wird er auf dem Pertersplatz den Segen «Urbi et Orbi» spenden.

Papst Johannes Paul II. hat zum 25. Mal zu Weihnachten in Rom die traditionelle Mitternachtsmette gefeiert. Mehrere Tausend Gläubige kamen unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in den Petersdom. Der 82 Jahre alte Kirchenführer, der seit Oktober 1978 im Amt ist, sagte in seiner Predigt, Weihnachten sei «ein Zeichen des Friedens für alle, die unter irgendeiner Form von Konflikten leiden». Am Ende der gut einstündigen Messe machte der Papst einen müden und angeschlagenen Eindruck. Am heutigen Mittwoch spendet der auf dem Petersplatz den Segen «Urbi et Orbi» (Der Stadt in dem Erdkreis).

Ging nicht auf die Weltlage ein

Das christliche Weihnachtsfest sei auch «ein Zeichen der Befreiung für die Armen und die Unterdrückten» und zugleich «ein Zeichen der Hoffnung für die ganze Menschheitsfamilie», sagte Johannes Paul. Er ging allerdings nicht ausdrücklich auf die politisch angespannte Weltlage und den drohenden Krieg im Irak ein. Die Messe wurde von fast 50 Fernsehsender weltweit übertragen.

Papst war sichtlich geschwächt

Der Papst, der an der Parkinson Krankheit leidet und nur schwer gehen kann, wurde von Helfern auf einem rollenden Podest zum Altar geschoben. Zunächst machte er einen gesundheitlich gefestigten Eindruck und sprach mit vergleichsweise klarer Stimme. Am Ende der Messe wirkte er aber geschwächt und hatte Schwierigkeiten beim Atmen. Beim Singen drohte seine Stimme zu versagen.

Angst vor Terroranschlägen

An der Christmette nahmen mehrere Kurienkardinäle teil, darunter der Deutsche Joseph Ratzinger. Aus Furcht vor terroristischen Anschlägen hatte die italienische Polizei strenge Sicherheitsmaßnahmen verhängt, so waren bei der Messe Sicherheitskräfte in Zivil unter den Gläubigen. Bei regnerischen Wetter waren auch Gläubige auf dem Petersplatz versammelt. Hier wird der Papst am Mittwochmittag seine Weihnachtsbotschaft verlesen, bei der er auch auf den drohenden Krieg im Irak eingehenden dürfte.

Hunderte feierten Christmette in Bethlehem

Mehrere hundert Gläubige haben in der Geburtskirche Jesu in Bethlehem die Mitternachtsmette gefeiert. Am Dienstag kurz vor Mitternacht sagte der lateinische Patriarch Michel Sabbah nach Angaben von Radio Israel vor ausländischen Journalisten, die Zeit sei für Israelis und Palästinenser gekommen, ihre jeweilige politische Führung auszuwechseln. Den Führungspersönlichkeiten in beiden Ländern sei es nicht gelungen, die von ihren Völkern herbeigesehnten Veränderungen zu verwirklichen.

Kein Weihnachtsschmuck

Aus Protest gegen die israelische Besatzung hatten die Einwohner Bethlehems auf den traditionellen Weihnachtsschmuck verzichtet. Viele Geschäfte waren geschlossen geblieben. Die israelischen Truppen hatten sich aus dem Stadtzentrum zurückgezogen, um die Feierlichkeiten in der Geburtsstadt Jesu zu ermöglichen. Nach palästinensischen Angaben besetzten Soldaten aber mehrere Gebäude am Rande der Stadt und beobachteten von dort aus die Geburtskirche am Krippenplatz. Palästinensische Polizisten in Zivil sorgten für Ruhe und Ordnung in dem Gebiet um die Geburtskirche. Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen, hieß es in der Nacht.

Feier wieder ohne Arafat

Am frühen Nachmittag war bei Dauerregen die traditionelle Prozession aus Jerusalem an der Geburtskirche eingetroffen. Der Marsch mehrerer hundert Gläubiger war von Sabbah angeführt worden. Auch während der Christmette regnete es in Bethlehem heftig. Palästinenserpräsident Jassir Arafat durfte auf israelische Anweisung wie im vergangenen Jahr nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen.


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