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"Die Realität ist viel grausamer": Baby stirbt kurz nach der Geburt - Vater schreibt rührenden Brief an sich selbst

Vor drei Jahren verlor Greg Hughes seinen erst 32 Tage alten Sohn. Wie sehr die Trauer ihn übermannte und was er in der Zeit danach erlebte, beschreibt er in einem offenem Brief. Adressiert an den Mann, der er war, bevor sein geliebtes Baby starb.

Vater hält Hand von Baby

Ein Vater hält die Hand seines Neugeborenen. Als der kleine Riley starb, war er gerade Mal 32 Tage alt (Symbolfoto)

Getty Images

Greg Huhes aus dem australischen Perth, verlor seinen Sohn, als dieser gerade einmal 32 Tage auf der Welt war. Der kleine Riley starb an Keuchhusten. Auf Facebook veröffentlichte der dreifache Vater jetzt einen rührenden Brief an den Mann, der er war, bevor er seinen Sohn verlor. "Ein offener Brief an mich selbst am 18. März 2015" beginnt er den Eintrag. "Kumpel, es tut mir aufrichtig leid. Dir das zu sagen, ist flach, hohl, bedeutungslos und leer. Ich weiß das, weil ich du bin und du in diesem Moment ein Wrack bist."

Er beschreibt, wie unbeschwert das Leben seines alten Ichs vor dem Tod seines Sohnes war. "Verheiratet, Mittelstand, Traumpaar und sorglos auf Reisen. Du hattest alles und es nicht einmal bemerkt. Wie schnell sich Dinge ändern. Auf dem Papier war 'nur' dein Sohn gestorben. Die Realität ist viel grausamer." Wie viel grausamer, das beschreibt er auf seiner Facebook-Seite "Dad minus Eins". Hier möchte er mit anderen Vätern, die das gleiche Schicksal erlitten haben, seinen Schmerz teilen.

"Ich werde dich nicht anlügen, die nächsten drei Monate, die du erleben wirst, werden die schwersten deines Lebens sein. Bestimmte Tage werden sich scheinbar eine Ewigkeit hinziehen. Sekunden wie Stunden, Minuten wie Tage und Stunden wie Lebenszeiten. Deine Frau wird sich wie eine Fremde fühlen (unverschuldet), die Qualen deiner Tochter werden dich, genau wie die lähmende Tatsache eines Lebens ohne ein Geschwisterchen für sie, völlig zerquetschen und du wirst einen Tiefpunkt erreichen, den du nie für möglich gehalten hättest.“

An Open Letter to the me of March 18th 2015 Mate, I’m sorry, truly I am. It’s shallow, hollow, meaningless and empty...

Gepostet von Dad Minus One am Freitag, 29. Juni 2018

"Behandele dich nicht selbst"

Menschen in seinem Umfeld würden versuchen, besonders einfühlend zu sein, dabei aber taktlos seine Situation beispielsweise mit dem Verlust ihrer Haustieren vergleichen oder ihm aber sogar entgegnen, er könne ja "immer noch ein anderes haben". Es gäbe "mehr als nur eine Gelegenheit", wo er gehen müsse, "aus Sicherheitsgründen dieser Person gegenüber, die sich den Erinnerungen an deinem Kind gegenüber vollkommen respektlos verhält."

Sein altes Ich solle sich Hilfe holen, zusammen mit seiner Frau. "Sie hat nichts falsch gemacht. Sie ist auf demselben Weg wie du. Das Problem ist, dass ihr zwei völlig unterschiedliche Karten habt in Sprachen, die ihr nicht versteht. Und ihr könnt sie einander nicht ohne die Hilfe eines Übersetzers lesen. Dieser Trauerberater ist dein Reiseführer für diese schreckliche Reise."

Doch bei all dem Schmerz, werde es mit der Zeit auch leichter werden, mit der Trauer umzugehen. "Freunde werden zur Familie, Bekannte werden zu Brüdern und die Hilfe, die du von bestimmten Personen bekommst, wird dir den Glauben an die Menschheit wiederherstellen."

"Zweiunddreißig verdammte Tage"

Zum Schluss gibt er seinem alten Ich den Rat, sich nicht aufzugeben. "Behandele dich nicht selbst. Es kommt eine Zeit, in der du den Schmerz wegtrinken willst. Lass mir dir sagen, dass der Schmerz sich verstärkt, die irrationalen Gedanken fangen an zu schlagen, wie Dschungeltrommeln und der Kater ist zum Kotzen." Stattdessen solle er sich an kleinen Dingen erfreuen, wie das morgendliche Kuscheln mit seinen Töchtern oder die verblüffende Fürsorge seines Großvaters. "Schließlich wirst du auch mit deiner Frau wieder auf gleicher Höhe sein und ihr werdet besser miteinander kommunizieren als je zuvor (auch, wenn sie nicht zugibt, das sie falsch liegt – mache Dinge ändern sich eben nie). 

Die letzten Worte widmet er seinem toten Sohn. "32 Tage. Zweiunddreißig verdammte Tage. Das ist alles, was er von dieser Sache hat, die wir Leben nennen, und er hat so viel mehr verdient. Er war ein Opfer von Umständen, die er sich nicht aussuchen konnte, und du musst mit Händen und Füßen dafür kämpfen, dieses Opfer zu ehren, das der schöne, unglaubliche, perfekte kleine Mann zu bringen hatte. Er ist dein Leuchtfeuer, deine Absicht und deine Motivation. Sprich frei, sprich offen und rede oft. Du wirst viel früher an einem Ort des Friedens sein als je zuvor. Dein Dad minus Eins."

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jek
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