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"Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox will ihren Christopher heiraten - und sammelt dafür Geld im Netz

Die US-Amerikanerin Amanda Knox wurde bekannt, als sie in Italien in einem Aufsehen erregenden Mordfall zunächst verurteilt, später jedoch freigesprochen wurde. Jetzt will die 32-Jährige heiraten, und braucht dafür dringend Geld.

Amanda Knox und Christopher Robinson wollen heiraten

Wollen heiraten, und "brauchen Hilfe, um die beste Feier für unsere Familie und Freunde zu organisieren": Amanda Knox und ihr Verlobter Christopher Robinson.

AFP

"Jeder ist eingeladen, ..." hört sich erstmal sehr großzügig an. Der Satz endet allerdings mit "... zu spenden." Wer mit diesen Worten versucht, Geld einzusammeln, ist die als "Engel mit den Eisaugen" zu ungewollter Berühmtheit gelangte Amanda Knox. Die heute 32-jährige US-Amerikanerin wurde 2009 wegen Mordes an ihrer Mitbewohnerin in Italien verurteilt. Vier Jahre saß sie in einem italienischen Gefängnis, ehe ein Berufungsverfahren 2015 zum Freispruch führte. Seither versucht Knox in ein normales Leben zurückzufinden. Nun möchte sie ihren Verlobten Christopher Robinson heiraten.

Auf Geschenke legt das Paar offenbar wenig Wert, denn "wir brauchen nicht noch mehr Zeug", wie es auf einer eigens eingerichteten Webseite heißt. Stattdessen wünscht sich das Paar "Hilfe, um die beste Feier für unsere Familie und Freunde zu organisieren". Wer jetzt an den nett gestalteten Umschlag denkt, den man mehr oder weniger großzügig gefüllt, mit zur Party bringt, der kennt Amanda Knox und vor allem Christopher Robinson nicht. Schon seinen Heiratsantrag inszenierte er im vergangenen November als Meteoriten-Einschlag, den man sich via Youtube weiterhin im Netz anschauen kann.

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Amanda Knox: Ein Gedichtband als Dank

Nach einem solchen Antrag muss man für die Hochzeit nachlegen. Und so macht die als "Registry" ("Registrierung") betitelte Web-Seite den Eindruck, als ob die Hochzeitsfeier der beiden ein Riesen-Event mit Kostümen, jeder Menge Requisiten und Spezialeffekten werden soll; eine Art Alien-Fest mit allem Drum und Dran. Ausreichend Geld dafür scheinen die heute als Journalistin arbeitende Knox und ihr Verlobter dafür nicht aufbringen zu können - und so ist eben "jeder eingeladen, zu spenden".

Spenden zwischen 25 und 100 Dollar sind der Normalfall, aber die beiden - auch wenn sie sagen, soviel Großzügigkeit niemals zu erwarten - stellen doch die Chance, große Summen zu spenden ganz nach oben - und verleihen dafür die symbolischen Titel "stellarer", "galaktischer" und "temporaler" Patron. Für die Freunde, ein "zeitloser" Freund der beiden zu sein, muss man allerdings schon stattliche 2000, 5000 oder gerne auch 10.000 Dollar auf den Spendentisch legen. Als Dank erhält übrigens jeder Spender einen Gedichtband des Hochzeitspaares mit dem Titel "The Cardio Tesseract" (deutsch: "Der Herz-Tesserakt"). Auch auf ihrem Instagram-Account weist Amando Knox auf die Sammelaktion hin und verlinkt auf die Webseite.

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Italien-Reise hat Geld aufgefressen

Bleibt natürlich die Frage: Warum veranstalten Amanda Knox und Christopher Robinson nicht einfach eine Hochzeitsfeier, die sie sich leisten können - wie Millionen andere Menschen auch? Ihre Ersparnisse, so geben die beiden an, seien bei Reisen nach Italien aufgebraucht worden. Dort war Amanda Knox Gast das "festivalgiustiziapenale" in Modena, mit der die Justizbehörden der Stadt und das "Italy Innocence Project" der Universität Rom unschuldig Verurteilten helfen wollen. Trotz fehlenden Geldes wollten die beiden offenbar nicht mit Heiraten warten.

Quellen: Amanda Knox (Instagram), www.knoxrobinson.com, "Spiegel online", "Der Standard"

dho