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Schadensersatz Polizist schiebt Schwarzem einen Mord unter – nach 21 Jahren im Gefängnis bekommt er jetzt Millionen

Darryl Howard mit Barry Scheck, einem seiner Anwälte, im Jahr 2016, als ein Richter seine Haftstrafe rückgängig machte
Darryl Howard mit Barry Scheck, einem seiner Anwälte, im Jahr 2016, als ein Richter seine Haftstrafe rückgängig machte
© Chuck Liddy/ / Picture Alliance
Ein US-Amerikaner wurde zu 80 Jahren Haft verurteilt für einen Fall, den er nie begangen hat. Nun soll der Mann Schadensersatz bekommen.

Darryl Howard wurde im Jahr 1995 wegen Mordes und Brandstiftung zu 80 Jahren Gefängnis verurteilt, angeblich sollte er für den Tod von Doris Washington und ihrer 13-jährigen Tochter Nishonda verantwortlich sein. Nach mehr als 20 Jahren im Gefängnis kam er im Jahr 2016 wieder frei, nachdem ein Richter des Bezirks Durham im US-Bundesstaat North Carolina einen Verfahrensfehler festgestellt hatte und neue DNA-Spuren den Mann entlastet hatten. 

Ein Jahr später reichte Howard eine bundesweite Bürgerrechtsklage gegen den ehemaligen Polizisten Darryl Dowdy ein. Der Vorwurf: Dowdy hätte die Geschichte, die zu seiner Verurteilung führte, frei erfunden. Daraufhin konnte festgestellt werden, dass der Ex-Polizist im Laufe seiner Ermittlungen Beweise gefälscht hatte.

Sexarbeiterin log vor Gericht 

Die Opfer Doris Washington und ihre Tochter Nishonda wurden im Jahr 1991 ermordet. Etwa ein Jahr später plauderte Dowdy laut den Ermittlern Einzelheiten über den Fall gegenüber einer Sexarbeiterin und Drogenabhängigen mit psychischen Problemen aus. 

In einer früheren Aufnahme, die während des Prozesses 1995 abgespielt wurde, behauptete die Frau, sie habe gesehen, wie Howard Doris Washington angegriffen und nach oben in ihre Wohnung gebracht habe. Er soll danach erzählt haben, er habe die Leichen verbrennen müssen. Dabei gab es keine physischen Beweise, die ihn mit dem Tatort in Verbindung brachten. 

Erst im August dieses Jahres widerrief sie ihre Aussage mittels einer eidesstattlichen Erklärung und gab an, dass Dowdy ihr gesagt habe, was sie vor Gericht aussagen soll. Sowohl das Band als auch Dowdys Notizen zu dem Fall sind laut Gericht nirgends zu finden.

Strafverteidigung plädierte auf Rassismus

Nun hat Darrly Howard vom Gericht einen Schadensersatz von sechs Millionen Dollar zugesprochen bekommen. Schließlich saß er über 20 Jahre fälschlicherweise im Gefängnis. Seine Anwälte gaben als Motiv Rassismus an: "Ich denke, dass wir mit unserer Verteidigungsstrategie in gewisser Weise erfolgreich waren. Aber ich denke auch, dass das Urteil die Leiden, die Darryl durchmachen musste, nicht würdigt", sagt Nick Brustin, einer von Howards Anwälten gegenüber "Unilad". Seine Anwältin Emma Freudenberger fügt hinzu: "Es ist eine große Summe [Schadensersatz, Anm. d. Redaktion} ... und wissen Sie was? Sie ist nicht annähernd groß genug."

Quelle: "Unilad", "ABC News"

yak

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