HOME

Tote und Verletzte in Graz: Amokfahrer war offenbar unzurechnungsfähig

Ein offenbar geistig verwirrter Amokfahrer ist am Samstag durch die Fußgängerzone von Graz gerast und hat gezielt Menschen attackiert. Drei Menschen sind tot. 34 verletzt.

Rettungswagen in der Fußgängerzone von Graz

Rund 60 Kranken- und Notarztwagen und vier Rettungshubschrauber waren vor Ort

Trauriger Samstag für Graz: Ein Amokfahrer hat in der Fußgängerzone eine 24-jährige Frau, einen 28-jährigen Mann und einen vierjährigen Jungen getötet und 34 weitere Menschen verletzt. Sechs davon sind noch in kritischem Zustand. Das berichten österreichische Medien. Beim Täter soll es sich um einen 26-jährigen Österreicher mit bosnischen Wurzeln handeln, schreibt die "Kleine Zeitung".

Der Lenker eines grünen Jeep-Cherokee (Kennzeichen: Grazer Umgebung) ist am Mittag unter anderem durch die Herrengasse gerast und hat gezielt mehrere Menschen erfasst. Dann sei der Fahrer ausgestiegen und habe Passanten und Polizisten mit einem Messer angegriffen, bis ihn die Beamten schließlich überwältigen konnten. 

Mit 100 bis 150 km/h

Am Grazer Hauptplatz wurde ein Rettungscamp eingerichtet, die Innenstadt teilweise gesperrt. Überall waren Polizei und Rettungskräfte. Rund 60 Kranken- und Notarztwagen sowie vier Rettungshubschrauber waren vor Ort. "Wir haben alles aus der Region mobilisiert", sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes Steiermark der Nachrichtenagentur AFP.  "Der Standard" berichtet, dass zwischenzeitlich das Handynetz in Graz zusammengebrochen sei.

"Ich habe nur etwas vorbeizischen sehen. Mit vielleicht 100 bis 150 km/h. Zu schnell, um Genaueres zu erkennen. Dann waren laute Schreie zu hören. Ich bin hinaus gelaufen und habe ein Kind und einen Mann auf dem Boden liegen sehen. Daneben zwei Fahrräder die ausgesehen haben, als wäre eine Walze drübergefahren", wird ein Augenzeuge zitiert.

"Die Leute schrien in Panik und rannten in die umliegenden Geschäfte, um sich in Sicherheit zu bringen", sagte eine Frau der Nachrichtenagentur AFP. Als sie wieder auf die Straße gegangen seien, hätten sie "an die fünf Personen" gesehen, die "leblos am Boden lagen".

Die Polizei hat einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen. Der Täter soll aufgrund familiärer Probleme unter eine Psychose leiden, schreibt die "Kleine Zeitung". Ende Mai war er bereits wegen häuslicher Gewalt auffällig geworden.


sal
Themen in diesem Artikel