Antarktis Kreuzfahrtschiff in Seenot


In der Antarktis ist ein Kreuzfahrtschiff mit 150 Menschen an Bord in Seenot geraten und wohl gesunken. "Es läuft bedenklich mit Wasser voll", sagte ein Mitarbeiter der Küstenwache. Die Passagiere und die Mannschaft konnten auf die Rettungsboote flüchten. Auch ein Deutscher war an Bord.

Was ein faszinierender Abenteuerurlaub sein sollte, wurde für mehr als 150 Menschen zum Drama im Eis: Im Morgengrauen hat das unter liberianischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff "Explorer" vor der argentinischen Küste vermutlich einen Eisberg gerammt.

Das Schiff drohte, im eisigen Wasser der Antarktis zu sinken. Das Szenario erinnerte an den Untergang der "Titanic", doch die Menschen an Bord hatten Glück: Die 100 Passagiere und 54 Besatzungsmitglieder konnten mit Rettungsbooten in Sicherheit gebracht werden.

Auch ein Deutscher war an Bord

Das Schiff gehörte zu dem Reiseveranstalter Gap Adventures mit Sitz in Toronto in Kanada und war nahe der Südlichen Shetlandinseln rund 120 Kilometer nördlich der antarktischen Halbinsel unterwegs. Immer mehr Touristen fahren dorthin, um die atemberaubende Eis-Landschaft zu genießen.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes war auch ein Deutscher zu dem es zunächst keine näheren Informationen gab. Wie der Reiseveranstalter mitteilte, waren daneben auch Briten, Australier, Belgier, Kanadier, Iren, Schweizer und Amerikaner an Bord. Alle seien in Sicherheit gebracht worden. Es gebe keine Verletzten.

Kapitän blieb mit Offizieren an Bord

"Die "Explorer" hat am Morgen einen Eisbrocken gerammt", erklärte Susan Hayes von Gap Adventures. Der Zusammenstoß habe ein Loch in den Rumpf gerissen. "Alle Passagiere sind in Sicherheit und es geht ihnen gut." Ein anderes Kreuzfahrtschiff habe die Schiffbrüchigen aufgenommen, sagte ein Sprecher der britischen Küstenwachenzentrale in Falmouth, Fred Caygill.

Wie die britische Küstenwache mitteilte, hatte die "Explorer" Schlagseite. Der Kapitän und ein weiterer Offizier blieben nach ersten Angaben auf dem 2400 Tonnen schweren Schiff und versuchten, Wasser abzupumpen.

Wasser ein Grad kalt

Die Lufttemperatur beträgt um diese Jahreszeit in der Gegend nur etwa minus fünf Grad. Das Wasser hat lediglich ein Grad. "Es würde bei diesen Wassertemperaturen nicht lange dauern, bis die Menschen unterkühlt sind", sagte Stephen Davenport vom Wetterdienst MeteoGroup. Zwar seien die Wetterbedingungen "recht gut" gewesen, doch "man will da jetzt mit Sicherheit niemand im Wasser haben", sagte Andy Cattrell von der britischen Küstenwache, die zusammen mit den USA und Argentinien die Rettungsaktion koordinierte.

Die Urlauber waren am 11. November vom argentinischen Hafen Ushuaia zu der 19 Tage langen Tour aufgebrochen. Ziel war die Drakestraße, die Wasserstraße zwischen der Südspitze Südamerikas und der Nordspitze der antarktischen Halbinsel. Pro Passagier waren für die Anreise nach Argentinien und die Tour umgerechnet rund 6250 Euro fällig. Die "Explorer" ist ein älteres, mittelgroßes Kreuzfahrtschiff. Sie wurde 1969 in Finnland gebaut und ist für die Fahrt durch Eis ausgestattet. Sie ist das erste speziell für Expeditionen angefertigte Kreuzfahrtschiff und wurde 1993 generalüberholt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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