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Basar in Kairo: Deutscher bei Bombenanschlag verletzt

Der Sprengsatz explodierte vor einem Café in der Nähe der Hussein-Moschee in Kairo. Vier Menschen kamen bei dem Bombenanschlag ums Leben. Mindestens 17 Menschen wurden verletzt, darunter soll auch ein deutscher Tourist sein.

Bei einem Bombenanschlag in einem historischen Viertel der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet worden, darunter eine Französin. 17 Menschen wurden nach Angaben von Gesundheitsminister Hatem al Gabali bei der Detonation verletzt, darunter auch ein Deutscher. Zudem seien 10 französische Touristen verletzt worden und drei aus Saudi-Arabien.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, dass die Botschaft in Kairo eingeschaltet sei und sich um Aufklärung bemühe. Die Bombe detonierte vor der Hussein-Moschee im Markt Khan al Khalili, der bei Touristen und Einheimischen beliebt ist. Dort werden unter anderem Souvenirs und Schmuck verkauft. Auf dem Marmorboden vor der Moschee waren Blutspuren zu sehen. Die Bombe explodierte nach Angaben der Sicherheitskräfte direkt vor einem Café in der nähe der Moschee und ließ Steine und Marmor durch die Luft fliegen, wodurch Passanten verletzt wurden. Das Gebiet wurde von der Polizei abgeriegelt, die Moschee evakuiert. Sprengstoffhunde suchten die Gegend ab. Kurze Zeit später war eine zweite Explosion zu hören, es gab aber offenbar keine weiteren Verletzten.

"Wir dachten, Ägypten wäre vor Anschlägen sicher"

Ein Gläubiger, der die Explosion in der Moschee erlebte, zeigte sich erschüttert. "Wir dachten, Ägypten wäre das einzige Land, das vor Anschlägen sicher wäre", sagte Mohammed Abdel Asim. "Ich habe gebetet und dann gab es einen großen Knall. Die Leute bekamen Panik und flüchteten aus der Moschee. Dann hat die Polizei den Haupteingang abgeriegelt und die Moschee durch den Hintereingang evakuiert", sagte der 56-Jährige.

Es war zunächst unklar, wer hinter dem Anschlag steckte oder ob er den Touristen galt. Islamistische Extremisten haben der Tourismusbranche Ägyptens in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Bombenanschlägen und Schießereien zugesetzt. So war der Basar Khan al Khalili zuletzt 2005 Ziel eines Attentats. Damals wurden zwei Französinnen getötet. Zuletzt gab es 2005 auf der Sinai-Halbinsel einen größeren Anschlag. Im Badeort Scharm el Scheich wurden damals mehr als 60 Menschen getötet.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters