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Auckland Schlaues Federvieh: Bergpapageien können mathematisch analysieren

Ein Bergpapagei guckt in die Kamera
Die Versuche zeigten, dass Bergpapageien in der Lage sind, Wahrscheinlichkeiten nicht nur zu begreifen, sondern sie auch zu ihrem Vorteil zu nutzen
© Kevin Landwer-Johan / iStockphoto / Getty Images
Einer neuen Studie der Universität Auckland zufolge sind Bergpapageien in der Lage, logische Wahrscheinlichkeitsberechnungen anzustellen.

Bislang war es nur von Menschen und anderen Primaten bekannt, dass sie bis zu einem gewissen Grad Wahrscheinlichkeitsrechnung beherrschen – dass sie also ungefähre Schätzungen abgeben können und Ableitungen aus beschränkt verfügbaren Informationen zuverlässig gewinnen. Erstmalig hat sich nun auch bei Bergpapageien diese Fähigkeit gezeigt.

Für den Versuch wurden sechs Tieren schwarze und orangefarbene Stäbchen vorgelegt. Ihnen wurde beigebracht, dass sie Futter bekommen, sobald sie ein schwarzes in den Schnabel nehmen. Kein Futter erhielten sie, wenn sie die anderen Stäbchen auswählten. Anschließend wurden den Papageien Gläser gezeigt, die beiderlei Stäbchen in unterschiedlichen Mengen enthielten und sie sollten sich entscheiden, aus welchem der Gläser sie sich als Nächstes bedienen. Bei den zahlreichen Wiederholungen des Tests entschieden sich die Vögel für Gläser, in denen der Schwarz-Anteil besonders hoch war. Mithin stellten sie eine Wahrscheinlichkeitsberechnung an, welches Glas ihnen am effektivsten hilft, schnell wieder an Futter zu kommen.

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Bergpapageien können statistisch berechnen

Die Versuche zeigten, dass Bergpapageien in der Lage sind, Wahrscheinlichkeiten nicht nur zu begreifen, sondern sie auch zu ihrem Vorteil zu nutzen. Zuvor gelangen derartige Tests nur mit Menschen und Affen. Die Ergebnisse führten zu weitreichenden weiteren Erkenntnissen. Sie geben Einblick in die Denkstrukturen von Nicht-Primaten. Fragen wie "Wo laufen im Gehirn welche Denkprozesse ab und wie wird einmal Gelerntes verankert?" könnten nun leichter beantwortet werden.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Bergpapageien in der Lage sind, drei Bestandteile statistischer Berechnungen anzustellen. Sie können in einem Bereich erworbenes Wissen auf andere Bereiche übertragen, können Wahrscheinlichkeitsüberlegungen, die sie bereits trafen, wiederholen und sie sind fähig, flexibel auf kleinere Veränderungen im Versuchsaufbau zu reagieren, ohne dass sich ihre Berechnungen dadurch verfälschen", schrieb die Studienleiterin Amalia Bastos von der Universität Auckland zusammenfassend in ihrer Studie, die im Fachblatt "Nature" erschien.

Quelle:"Nature"

km

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