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Verschwörungstheorie: 2000 Menschen wollen beweisen, dass es Bielefeld nicht gibt

Seit 25 Jahren hält sich die Theorie, dass es Bielefeld nicht gibt. Dafür wollte die Stadt Beweise sehen und hat eine Million Euro ausgelobt – 2000 Menschen haben es versucht.

Sparrenburg in Bielefeld

Die Sparrenburg – das Wahrzeichen von Bielefeld

DPA

Bielefeld gibt es nicht – die Verschwörungstheorie hält sich seit vielen Jahren hartnäckig. Kürzlich wollte die Stadt in Ostwestfalen dann auch endlich Beweise für die weit verbreitete Behauptung sehen: Das Stadtmarketing versprach demjenigen, der klare Belege für die Nicht-Existenz Bielefelds vorbringen könnte, eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro. Ein logisch kaum zu meisterndes Unterfangen, dennoch ist der Ansturm auf die "Bielefeldmillion" groß.

Mehr als 2000 E-Mails seien seit dem Start der Aktion am 21. August eingegangen, teilte Bielefeld Marketing mit. 300 davon kamen aus dem Ausland, unter anderem aus den USA, Indien oder Japan. Bis Mittwoch um Mitternacht war die Teilnahme möglich. "Die meisten Einsender haben sich große Mühe gegeben, ihre Beweise ebenso humorvoll zu formulieren, wie unsere Aktion auch gedacht ist", sagte Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing.

Beweise gegen die Existenz von Bielefeld: Reaktionen aus aller Welt

Für die Stadt Bielefeld ist der Wettbewerb in Sachen Außendarstellung schon jetzt ein großer Erfolg. Nationale und internationale Medien griffen die Aktion auf und machten die doch recht unscheinbare Stadt zu einem weltweiten Begriff. "Die Reaktionen aus aller Welt auf unsere Aktion sind schlichtweg unglaublich und haben unserem Team witzige und intensive Tage beschert", so Knabenreich.

Unter anderem sind Kinderbilder, Kunstwerke und literarische Aufsätze bei den Ausrichtern des Wettbewerbs eingegangen, die beweisen sollen, dass Bielefeld nicht existiert. Einige Teilnehmer griffen sogar auf Theorien aus dem Bereich der Quantenphysik zurück.

Experten prüfen Belege für Bielefeld-Verschwörung

Die Bielefeld-Verschwörung geht auf eine Theorie aus den frühen Tagen des Internets zurück und wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Damals hatte der Kieler Student Achim Held in einem Forum behauptet, Bielefeld gebe es nicht – die Theorie griff schnell um sich, verselbstständigte sich und wurde zu einem geflügelten Wort.

Zwei Wochen lang will das Stadtmarketing die vermeintlichen Beweise mit Hilfe von Experten prüfen. Am 17. September soll sich dann entscheiden, ob Bielefeld tatsächlich existiert. Knabenreich meint allerdings: "Wir Bielefelder sind uns unserer Existenz immer noch ziemlich sicher."

Quelle: Bielefeld Marketing

epp