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Verhängnisvolle Entscheidung: Wie ein Busfahrer vier Jahre nach seinem Tod zum Helden wird

Es ist der Alptraum einer jeden Gebirgsfahrt, den Busfahrer Maurice Wrightson erlebt. Mit einem vollbesetzten Bus ist er in den Alpen unterwegs, als die Bremsen versagen. Im Bruchteil einer Sekunde trifft er eine Entscheidung, die ihm selbst das Leben kostet.

Der Ort des Busunfalls: Die D211 bei Alpe d'Huez

Die Serpentinen bei L'Alpe d'Huez verlangen den Fahrern der Tour de France alles ab. Auf Dieser strecke kam es im Frühjahr 2014 zu einem tragischen Busunfall

Es war eine mühsame Strecke, die Busfahrer Maurice Wrightson an jenem 16. April 2014 zu fahren hatte. In schier endlosen Serpentinen schlängelte sich die schmale Straße vom französischen Wintersportort Alpe d'Huez durch die Alpen. Im Sommer quälen sich die Fahrer der Tour den France die 21 steilen Haarnadelkurven hinauf. An diesem Frühlingstag verlangte Maurice Wrightson seinem Bus alles ab, als ein Ruck durch das Fahrzeug ging. Schockiert blickte er zu seinem Beifahrer Nathan Woodland herüber. "Wir können nicht mehr anhalten", sagte er. Mit aller Kraft umklammerte der 63-Jährige das Lenkrad, drückte sich tief in den Fahrersitz um die Bremse ganz durchzutreten. Vergeblich. Beifahrer Nathan Woodland kletterte in den Mittelgang. "Festhalten", brüllte er den 50 Passagieren zu. Dann explodierte die Welt um ihn herum. Wrightson hatte den Bus direkt gegen ein paar riesige Felsbrocken am Rande der Straße gelenkt.

Viereinhalb Jahre ist der Moment nun her, in dem Busfahrer Maurice Wrightson in einem Sekundenbruchteil entschied, sein eigenes Leben zu opfern, um seine 51 Mitfahrer zu retten. Derzeit versucht ein britisches Gericht in Northumberland, die Ereignisse zu rekonstruieren. Beifahrer Nathan Woodland erinnert sich.

Die Kleider einer Frau fingen Feuer

Der Aufprall habe ihn nach hinten durch den Bus geschleudert, berichtet die britische "BBC" von der Befragung. Mühsam habe Beifahrer Woodland sich erhoben. Um ihn herum versuchten Menschen verzweifelt, den Flammen zu entkommen, die sich in rasender Geschwindigkeit im Inneren des Busses ausbreiteten und Fahrer Maurice Wrightson einhüllten. Es sei ein vollkommenes Inferno gewesen, erinnert sich Woodland. Menschen stürzten sich aus den zerbrochenen Fenstern. Die Kleider einer Frau, die direkt hinter dem Fahrer saß, fingen Feuer, als sie von einem anderen Mitreisenden aus dem Bus gezogen wurde.

Maurice Wrightson habe gewusst, dass, falls er die Kurve nicht kriegen würde, der Bus mit all seinen Insassen von der Straße abkäme und in die Tiefe stürzen würde, sagte der Gerichtsmediziner Tony Brown, wie "Sky News" berichtet. "Er hat eine sehr mutige Entscheidung getroffen, als er beschloss, den Bus direkt in die Felsblöcke am Rande der Straße zu lenken." Denn für ihn muss klar gewesen sein, dass er so die volle Kraft des Aufpralls zu spüren bekäme.

Der Busunfall wird nun rekonstruiert

Die Fotos der Unfallstelle zeigen das vollkommen ausgebrannte Skelett eines Busses.  Dass alle Insassen überlebten, scheint wie ein Wunder.

Maurice Wrightson habe "außerordentlichen Mut bewiesen" und viele Leben gerettet, sagte der französische Transportminister Frederic Cuvillier. Die endgültige Rekonstruktion der Ereignisse ist noch nicht abgeschlossen. Die Befragung durch das Gericht geht weiter.

tyr
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?