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Schock in China: Zwei Kinder reisen 80 Kilometer, um ihre Eltern zu sehen - auf dem Fahrwerk eines Busses

Sie leben in einem verarmten Dorf, ihre Eltern in einer Provinz rund 80 Kilometer entfernt. Also haben sich zwei Jungs auf eine lebensgefährliche Reise begeben, um sie wiederzusehen. In China hat der Fall eine hitzige Debatte ausgelöst. 

Ein Sicherheitsmann wird später von einer "Überraschung" sprechen, dass den beiden nichts passiert ist: Zwei Jungs, laut der chinesischen Zeitung "Southern Morning Post" zwischen "acht und neun Jahren" alt, haben sich auf eine wagemutige Reise begeben. Gestartet in ihrem verarmten Dorf im Süden von Guangxi, sind die beiden Brüder in einem Bus in die Nachbarprovinz Guangdong gefahren. Die Strecke: rund 80 Kilometer. Sie waren als blinde Passagiere unterwegs, niemand hat das Gespann bemerkt. Wie auch: Die Jungs sind nicht im Bus sondern versteckt auf dem Fahrgestell unter dem Wagen mitgereist - und das alles nur, um ihre Eltern zu finden. Über den spektakulären Fall berichtet auch die "BBC" und das chinesische Zentral-Fernsehen ("CCTV").


Die "zurückgelassenen" Kinder in China

Voller Matsch, gezeichnet von der langen Reise und zwischen die Hydraulik des Busses gequetscht - die Bilder der beiden Jungs, die von der "Southern Morning Post" veröffentlicht wurden, haben eine Debatte über die sogenannten "zurückgelassenen" Kinder in China entfacht. Denn der Grund, warum sich die beiden Jungs in Lebensgefahr begeben haben, sei leider kein Einzelschicksal: Für den "chinesischen Traum", den Staatschef Xi Jinping populär gemacht habe, würden zahlreiche Eltern ihre Kinder zurücklassen. Sie kehren dem Dorf den Rücken, um in der Stadt zu arbeiten - und das ganz im Zeichen der nationalen Identität und Ideologie, wie die "BBC" berichtet. Das hoch gesteckte Ziel: Die Armut in China bis 2020 auszuradieren - zu einem scheinbar sehr hohen Preis.

"Sie haben ihre Mutter und ihren Vater vermisst"  

So auch im Fall der beiden Jungs, die von ihren Eltern in einem verarmten Dorf in der Nähe von zurückgelassen worden waren. Dort leben sie in einer Schule, während ihre Eltern in der rund 80 Kilometer entfernten Provinz Guangdong arbeiten. "Irgendwann haben wir verstanden, dass die beiden Jungs ihre Mutter und ihren Vater vermisst haben", wird ein Sicherheitsmann von der chinesischen Zeitung zitiert. Die beiden Jungs, die nicht besonders redselig gewesen seien, wurden kurz vor ihrem Ziel an einer Haltestelle entdeckt. "Sie haben sich unter dem Fahrzeug versteckt, vergeblich, um ihre Eltern zu finden."

Wie die "BBC" schreibt, seien - laut Berichten - die Kinder später von "Verwandten" abgeholt worden. Ob es sich dabei um ihre Eltern gehandelt hat, ist nicht überliefert.

fs
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