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Dormagen-Störfall: Flammeninferno im Chemiewerk

Flammeninferno in der Nähe von Köln: Eine geplatzte Leitung mit dem hochentzündlichen Gas Ethylen hat am Montag einen Großbrand in einem Chemiewerk ausgelöst. Die etwa 15 Meter hohe Stichflamme brachte einen mit giftigem Acrylnitril gefüllten Tanker zum Explodieren. Es entstand eine riesige Rauchwolke.

Die Löscharbeiten könnten sich noch über Stunden hinziehen, sagte Feuerwehrsprecher Markus Fertig am Abend. Verletzt wurde niemand. Messungen ergaben keine Schadstoffbelastung. Zwei Anwohner mit Augenreizungen seien lediglich vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte Patrick Griefers, Sprecher des betroffenen Ineos-Chemiewerks.

"Acrylnitril verbrennt vollständig in der Atmosphäre, wir hatten Glück", betonte er. Für die Anwohner bestehe keine unmittelbare Gefahr. Dennoch sollten sie wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen halten. Eine riesige Rauchwolke zog in 500 Metern Höhe Richtung Köln. Die Feuerwehr mit etwa 200 Kräften kämpfte ab 14.30 Uhr gegen die zum Teil haushoch lodernden Flammen. Der Gastank wurde mit Wasser gekühlt, angrenzende Gebäude evakuiert. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, ist ebenso wie die Schadenshöhe noch unklar. Aus Sicherheitsgründen stoppte die Bahn den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Köln-Worringen und Dormagen. Auch die angrenzende Autobahn A57 musste wegen starker Sichtbehinderung zwischen dem Kreuz Köln-Nord und Kreuz Neuss-Süd gesperrt werden. Eine Höhe des Schadens sei noch nicht kalkulierbar, sagte Griefers.

AP