Drama nach Erdrutsch Haus versinkt im See


Kaum zu glauben: Nach einem gewaltigen Erdrutsch im östlichen Harzvorland ist ein Haus mit vermutlich drei Bewohnern in einem See versunken. Weil weitere Erdrutsche befürchtet wurden, konnten zunächst keine Retter zu den vom Wasser bedeckten Haustrümmern vordringen. Das Doppelhaus stand rund 120 Meter vom Seeufer entfernt.

Aus bislang ungeklärter Ursache versank am Samstagmorgen in Nachterstedt im östlichen Harzvorland ein Doppelhaus in einem See in der früheren Braunkohleregion. Drei Bewohner werden vermisst, wie eine Sprecherin des Salzlandkreises sagte. Auch die linke Hälfte eines Mehrfamilienhauses sei eingestürzt und in den Tagebausee gerutscht. Bei einem der drei Vermissten im Alter von etwa 50 Jahren - ein Ehepaar und ein Mann - war unklar, ob er sich zum Zeitpunkt des Erdrutsches im Haus aufhielt.

Furcht vor weiteren Erdrutschen

Bei dem Unglück rutschte den Angaben zufolge eine Fläche auf einer Länge von rund 350 Metern ab, auch eine Straße versank. Weil weitere Erdrutsche befürchtet wurden, konnten zunächst keine Rettungskräfte zu den komplett vom Wasser bedeckten Haustrümmern vordringen. Das Doppelhaus stand rund 120 Meter vom Seeufer entfernt. Nachterstedt liegt in der Nähe von Quedlinburg südwestlich von Magdeburg. Bei dem Gewässer - dem Concordia-See - handelt es sich um einen Tagebausee, der nach dem Abbau von Braunkohle geflutet wird. Der Braunkohle-Abbau in der etwa 2000 Einwohner zählenden Gemeinde war 1991 eingestellt worden.

In dem Gebiet hatte es in der Nacht geregnet, aber nicht so heftig, dass der Niederschlag als Grund für das verheerende Unglück angenommen wird. Polizei und Kreisverwaltung vermuteten einen Zusammenhang mit der früheren Braunkohleförderung.

Die Bewohner der linken Doppelhaushälfte, die ebenfalls versank, haben offenbar Glück im Unglück. Das Ehepaar befindet sich auf Reisen, wie die Sprecherin des Kreises, Ursula Rothe, mitteilte. Um 05.40 Uhr wurde die Polizei von einem Anwohner informiert, dass in Nachterstedt Land abgerutscht sei. Am Unglücksort sind inzwischen zahlreiche Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und ein Polizeihubschrauber aus Thüringen im Einsatz. Mehr als 60 Bewohner aus umliegenden Häusern wurden in Notunterkünften untergebracht. Die Polizei sperrte den rund 350 Hektar großen Concordia-See für Sportboote und Schwimmer.

DPA


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