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Schottland Eltern demonstrieren vor Haus von angeblichem Pädophilem – aber an der falschen Adresse

Schauspielerin
Sehen Sie im Video: Nina Bott berichtet, wie sie ihre Kinder auf Pädophilen-Seiten im Darknet entdeckte.


Videoquelle: RTL.de
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In Schottland hat ein Kinderschutzverein zu einer Demonstration vor dem Haus eines verurteilten Pädophilen aufgerufen. Allerdings stellte sich heraus, dass die aufgebrachten Eltern sich an der falschen Adresse versammelt hatten.

In der schottischen Region Fife hat sich eine Gruppe wütender Eltern vor einem Haus versammelt, in dem ihrer Meinung nach ein verurteilter pädophiler Straftäter wohnte. Sie demonstrierten dagegen, dass sich der Mann in der Stadt Glenrothes niedergelassen hatte und fürchteten um die Sicherheit ihrer Kinder. Wie sich herausstellte, hatten sich die Menschen aber in der Adresse geirrt – und standen vor dem falschen Haus. In dem Gebäude wohnte eine unschuldige Frau, berichtet die schottische Zeitung "Daily Star". Angeblich wurden Gegenstände auf das Haus geworfen.

Organisiert hatte die Kundgebung der lokale Verein "Parents Against Predators" (auf Deutsch: "Eltern gegen Sexualstrafstäter"). Über ihre Facebook-Seite hatte die Organisation zu der Demonstration aufgerufen und auch Bilder von dem Haus veröffentlicht. Nachdem klargeworden war, dass die Gruppe von Eltern die falsche Person ins Visier genommen hatte, entschuldigte sich "Parents Against Predators" sowohl bei der Bewohnerin des Hauses als auch bei den Menschen, die an der Demonstration beteiligt waren. "Wir übernehmen die volle Verantwortung", hieß es in einer Mitteilung.

Verein entschuldigt sich für falsche Informationen

Mit Angriffen auf das Haus habe das Team allerdings nichts zu tun. "Das wird von uns nicht toleriert", schrieb der Verein – Nachbarn, die an der Demonstration teilgenommen hätten, hätten die Gegenstände geworfen. In der Mitteilung bat die Organisation eindringlich darum, sich von dem Haus fernzuhalten: "Bitte keine weiteren Belästigungen!"

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"Parent Against Predators" ist ein Verein, der regelmäßig im Internet auf sexuellen Missbrauch von Kindern aufmerksam macht, aber auch verurteilte pädophile Straftäter bloßstellt. "Wir haben nichts mit Beschuldigten oder Verdächtigten zu tun, bevor es eine Verurteilung gibt", beteuert die Initiative. Dennoch hat der neueste Vorfall dazu geführt, dass die Arbeit in Frage gestellt wird. Bewohner der Stadt fürchteten, dass aufgebrachte Menschen nur die falsche Adresse, nicht aber die Richtigstellung gesehen haben könnten – und es deshalb weiterhin zu Attacken gegen die Frau und ihr Haus kommen könnte.

Auch die schottische Polizei appellierte an die Bevölkerung, die Verfolgung von Straftätern nicht in die eigene Hand zu nehmen. Das könne die Sicherheit von Individuen und ihren Familien gefährden, sagte ein Ermittler der Einheit zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Quellen: "Daily Star" / Fife Parents Against Predators auf Facebook

epp

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