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Erdrutsch in China: Regenfälle erschweren Rettungsarbeiten

Im südwestchinesischen Dorf Dazhai bahnt sich eine Katastrophe an: Noch immer werden über 100 Menschen nach einem Erdrutsch vermisst. Im strömenden Regen kämpfen die Rettungskräfte um das Leben der Verschütteten.

In Südwestchina sind am Montag mehr als hundert Menschen durch einen Erdrutsch verschüttet worden. Nach Angaben einer Vertreterin der örtlichen Katastrophenschutzbehörde brachte sintflutartiger Regen die Erdmassen in einem Dorf der Provinz Guizhou ins Rutschen. Die Zahl der Toten war zunächst unklar.

Die Behördenvertreterin sprach von mindestens 107 Verschütteten. Die Bergungsarbeiten dauerten demnach am Abend (Ortszeit) weiter an. Der anhaltend heftige Regen setze den Rettungskräften zu, die Arbeiten kämen nur mühsam voran.

Der Süden und Westen Chinas sowie weite Teile des Zentrums sind derzeit von schweren Überschwemmungen und Erdrutschen infolge heftiger Regenstürme betroffen. Seit Anfang des Monats starben nach offiziellen Angaben mehr als 230 Menschen, mehr als hundert weitere gelten als vermisst. Mindestens 2,4 Millionen Menschen wurden obdachlos. Premierminister Wen Jiabao reiste in den vergangenen Tagen zweimal in besonders schwer betroffene Gebiete, um die Rettungsmaßnahmen persönlich zu koordinieren.

Vor allem in einigen südlichen Regionen des Landes sprechen die Behörden von den schwersten Überschwemmungen seit 1998 - damals starben mehr als 3600 Menschen, etwa 20 Millionen mussten umgesiedelt werden. Die Regenperiode hat gerade erst begonnen, weitere Opfer werden befürchtet.

AFP / AFP