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Flugzeugunglück: Tödlicher Defekt im Ferienflieger

Ein zyprischer Ferienflieger mit 121 Menschen an Bord stürzte bei Athen ab. Durch den Ausfall des Luftdrucksystems waren die Piloten und die Passagiere bewusstlos geworden.

"Mayday, Mayday! Aufprall, Aufprall!", schrien F-16- Piloten, die den Irrflug der zyprischen Todesmaschine bis zuletzt verfolgt hatten. Am 14. August war es bei einer Boing 373-300 der Billigfluggesellschaft Helios-Airways zu einer tragischen Panne gekommen. Wie spätere Untersuchungen ergaben, waren durch den Ausfall des Luftdrucksystems kurz nach dem Start auf Zypern die Piloten und die Passagiere durch Sauerstoffmangel bewusstlos geworden.

Der Autopilot flog die führerlose Maschine zunächst zum Zielpunkt Athen. Dort ließ der Autopilot die Maschine kreisen. F-16 Kampfjets der griechischen Luftwaffe stiegen auf, weil man eine Entführung vermutete. Ein junger Steward, der vor dem Absturz der Boing aus seiner Ohnmacht erwacht war, versuchte noch, das Flugzeug notzulanden. Nachdem der Treibstoff verbraucht war, zerschellte die Boing an einer felsigen Hügellandschaft rund 10 Kilometer nordöstlich des Athener Flughafens.

Nach dem Absturz kam es zu Tumulten zwischen Verwandten und Vertretern der Luftfahrtgesellschaft. Zahlreiche aufgebrachte Angehörige der Opfer riefen den Helios-Vertretern am Flughafen von Larnaka auf Zypern Vorwürfe zu wie: "Mörder, Ihr habt eine defekte Maschine fliegen lassen." Gegen die Fluggesellschaft Helios wurden Ermittlungen aufgenommen.

Nach dem Willen des Europaparlaments sollen europäische Passagiere schon vom kommenden Jahr an besser vor gefährlichen Fluglinien geschützt werden. Nach weiteren schweren Flugzeugabstürzen im vergangenen Sommer haben die Abgeordneten in Straßburg für eine EU-weite Schwarze Liste gestimmt. Damit sollen in den 25 Mitgliedsländern einheitliche Start- und Landeverbote für unsichere Fluggesellschaften verhängt werden. Die Schwarze Liste soll im Internet veröffentlicht und in allen Reisebüros ausgehängt werden.