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Golf von Mexiko: Schwerer Rückschlag im Kampf gegen die Ölpest

Das Öl kann wieder ungehindert sprudeln: Weil ein Unterwasser-Roboter mit der Absaugglocke zusammengestoßen ist, musste das Auffangsystem über dem Bohrloch im Golf von Mexiko entfernt werden. Die Behörden gaben zudem eine weitere Hiobsbotschaft bekannt.

Die Bemühungen des britischen Energiekonzerns BP um eine Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko haben einen schweren Rückschlag erlitten: Der Trichter, der zum Abpumpen des Öls über das lecke Bohrloch gestülpt worden war, musste nach Behördenangaben am Mittwoch entfernt werden.

Dies sei nach einem Zusammenstoß eines Unterseeroboters mit einem der Absaugventile notwendig geworden, sagte der Krisenkoordinator der US-Regierung, Thad Allen. Nach dem Zwischenfall sei "eine Art Gas aufgestiegen", durch das die Versorgung der Anlage mit Warmwasser ausgefallen sei. Die Vorrichtung musste entfernt werden, da sie Gefahr lief zu vereisen.

Der Trichter werde nun überprüft und möglicherweise noch am Mittwoch wieder angebracht, sagte Allen. Die Reaktivierung des Abpumpsystems werde aber sicher deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mit dem Auffangsystem wurden rund 16.000 Barrel Öl pro Tag in Schiffe umgeleitet.

Zwei Arbeiter umgekommen

Der Krisenkoordinator gab eine weitere Hiobsbotschaft bekannt: Zwei Einsatzkräfte sind ums Leben gekommen, die an der Eindämmung der Umweltkatastrophe beteiligt waren. Es handele sich zum einen um einen Helfer, der an der Küste des Bundesstaates Mississippi ein an den Reinigungsarbeiten beteiligtes Boot gesteuert habe, sagte Allen. Zu den Todesumständen sagte er nichts, die Polizei ermittele in dem Fall. Außerdem sei eine Einsatzkraft bei einem Unfall in einem Schwimmbad ums Leben gekommen.

Die von BP betriebene Ölplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem sprudeln Millionen Liter Rohöl aus dem lecken Bohrloch ins Meer und verschmutzen die Küsten. BP war wegen seines Krisenmanagements massiv in die Kritik geraten.

ukl/AFP/Reuters/APN / Reuters
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