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Bande unter Verdacht: Gruppenvergewaltigung in Rimini - gab es vor wenigen Wochen bereits einen ähnlichen Fall?

Neben Sonnenschirm und Tretboot vergehen sich vier Männer an einer Frau in Rimini - ein Gewaltverbrechen, das nicht nur Italien schockiert. Mittlerweile schalten sich auch Ermittler aus Polen in den Fall ein.

Der Strand von Rimini

An einem Strandabschnitt in Rimini (Archivbild) wurde am Wochenende eine junge Polin von mehreren Männern vergewaltigt

Am Strand vor , Bagno 130 legt ein Mann eine schwarze Badehose in den Sand. Er trägt ein weißes T-Shirt und eine dunkelblaue Weste, "Polizia Scientifica" steht darauf, Spurensicherung. Wenige Meter dahinter umspülen Wellen die nackten Füße eines Mannes, der seine Hände in die Hüfte stemmt. Die Sonne scheint, er trägt fast nichts. Wahrscheinlich ein Tourist, der hier Urlaub macht, da, wo jetzt die Polizei anrücken musste. Denn hier irgendwo war es geschehen, das Verbrechen, das den beliebten Badeort Rimini an der italienischen Adria plötzlich wieder in die Medien dieser Welt katapultierte. Sie alle zeigten am Ende dieselben Bilder: die Bilder vom Strand unter dem strahlend blauen Himmel, mit den sanften Wellen, den roten Sonnenschirmen und den weißen Liegen. Doch Bagno 130 ist jetzt Tatort, der Ort, wo es geschah, der Raubüberfall, die Schlägerei, die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung.

Drei Tage nach den Ereignissen von Rimini zeigen sich die Ermittlungsbehörden nun erstmals vorsichtig optimistisch. "Wir verfolgen eine Spur", sagte der zuständige Leiter der Staatsanwaltschaft der römischen Tageszeitung "La Repubblica". "Ich bin zuversichtlich, die Polizei arbeitet gut und ich glaube, dass wir den Vorfall schon bald auflösen können."

Rimini: Frau vergewaltigt, Mann verprügelt

Der Vorfall, den es aufzulösen gilt, ist ein Gewaltverbrechen, wie es der Badeort an der Adria selten gesehen hat: Laut aktuellem Stand der Ermittlungen haben in der Nacht auf Samstag, den 26. August, mehrere Männer eine 26-jährige Polin in Miramare, einem Ortsteil von Rimini, vergewaltigt. Ihr Freund soll von den Männern verprügelt worden sein, zudem soll das polnische Paar beraubt worden sein. Auch die Vergewaltigung einer peruanischen Transsexuellen in derselben Nacht soll auf die Gruppe zurückzuführen sein, auch diese Person sei Opfer eines Raubüberfalls geworden. All das wurde am Wochenende bekannt.
Doch damit offenbar nicht genug: Jetzt berichten italienische Medien von einem weiteren Vorfall, der einige Wochen zurückliegt. Auch er geschah in Rimini - wieder ein Paar, wieder ein Raubüberfall, wieder Gewalt, wieder offenbar der Versuch einer Vergewaltigung. Dieser Fall wird ebenfalls mit der gesuchten Gruppe in Verbindung gebracht.

Vor Vergewaltigung: Paar in Rimini überfallen

Laut italienischen Medien war in der Nacht auf 13. August in Miramare ein Paar aus Varese, einer Stadt in der Lombardei, von einer Gruppe von vier Männern angegriffen worden. Die beiden sollen mit einer kaputten Glasflasche bedroht worden sein, die nahmen den Italienern so offenbar ihre Geldbörsen ab. Danach sollen die Männer versucht haben, sich an der Frau zu vergehen. Doch das Paar konnte entkommen und erstattete Anzeige.

Die italienischen Sicherheitsbehörden suchen jetzt fieberhaft nach den Tätern. Und sie fahnden unter den Augen der Weltöffentlichkeit, denn die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung machte internationale Schlagzeilen: Polnische Medien berichteten, deutsche, britische, amerikanische. Ob der Übergriff auf das Paar aus Varese Mitte August und die jüngsten Angriffe tatsächlich miteinander in Verbindung stehen, wird derzeit geprüft, aufgrund der vielen Parallelen seien die Fälle jedoch zu einer Akte zusammengelegt worden, berichtet unter anderem "La Repubblica".

Vergewaltigung: Rimini sucht nach vier Männern

Es könnte sein, heißt es in italienischen Medienberichten immer wieder, dass es sich um dieselbe Tätergruppe handle, in allen drei Fällen: Immer wieder ist die Rede von vier Männern, allesamt wohl unter 30 Jahre alt, allesamt offenbar aus dem nordafrikanischen Raum: Immer wieder fällt der Vorwurf einer gewissen Nähe zum Drogenmilieu. Was den Angriff von vergangener Woche anbelangt, so habe man Zeugenaussagen und Aufnahmen von Videoüberwachungskameras, die die Gruppe vor und nach der Vergewaltigung zeigen sollen, ausgewertet, berichtet die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". "Der Kreis der Verdächtigen konnte auf 15 Personen eingegrenzt werden", heißt es im Artikel. Konkret ermittelt werde jedoch noch gegen niemanden.
Dennoch hat die Vergewaltigung von Rimini bereits eine politische Dimension angenommen. Polen hat Ermittler nach Italien geschickt, "für die Bestien von Rimini bräuchte es die Todesstrafe", wütete Polens Vize-Justizminister auf Twitter. "Da habt ihr eure Migranten, wollt ihr die auch in Polen? Nur über meine Leiche!", zitiert ihn "La Stampa". Später verbesserte Patryk Jaki seine Äußerung: Er erklärte, er habe nur das Grauen der Attacke unterstreichen wollen.

Opfer auf dem Weg der Besserung

Abseits von polizeilichen Ermittlungen und politischem Aufschrei muss das Leben irgendwie weitergehen. Auch Tage nach der Attacke würden die beiden 26-Jährigen aus Polen im Krankenhaus "Infermi" in Rimini behandelt. Er, das Opfer der Prügelattacke, sei mittlerweile einer Operation unterzogen worden, sagte Riminis Vizebürgermeisterin der "Stampa", seine Nase war gebrochen worden. Sie, das Opfer der Vergewaltigung, sei an den Augen untersucht worden. Die beiden seien auf dem Weg der Besserung, wird die Vizebürgermeisterin zitiert, es gehe ihnen von Stunde zu Stunde besser, sagte sie. Es ist eine Besserung, die sich auf das Körperliche beschränkt.

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