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Absturz aus sechs Metern: Leslie Mandoki in Sorge: Verletzte Aktivistin im Hambacher Forst ist seine Tochter

Nach dem Tod eines Fotografen ist bei der Räumung des Hambacher Forsts eine weitere Aktivistin abgestürzt. Laut einem Bericht handelt es sich bei der jungen Frau um die Tochter des berühmten Musikers.

Der Musiker Leslie Mandoki steht an der Rehling eines Schiffes auf einem Fluss, neben sich seine blonde Tochter Julia

Leslie Mandoki und seine Tochter Julia im August 2017

Picture Alliance

Bei der am Donnerstag im Hambacher Forst abgestürzten Aktivistin handelt es sich nach Angaben der "Bild"-Zeitung um die Tochter des Musikers Leslie Mandoki ("Dschingis Khan"). Julia Mandoki stürzte aus etwa sechs Metern Höhe von einer Leiter und wurde verletzt. Notärzte kümmerten sich direkt um sie.

"Sie hätte tot sein können oder ihr Leben lang im Rollstuhl sitzen", sagte Mandoki dem Blatt. "Die Ärzte sagen, es besteht keine Lebensgefahr. Sie muss nun mehrere Tage in der Klinik bleiben, um sicherzustellen, dass sie keine inneren Verletzungen hat." Tochter Julia Mandoki schickte dem Bericht zufolge eine SMS an "Bild": "Als heute morgen die Polizei anfing, die Demonstranten aus den Baumhäusern zu drängen, kletterte ich schnell auf die Leiter." Dabei sei sie abgestürzt. Sie erhob auch Vorwürfe, die Polizei bringe bei der Räumung Menschen in Lebensgefahr.

Vater verteidigt Julia Mandoki

verteidigte in der "Bild" seine Tochter. "Sie ist keine autonome Spinnerin, sondern eine idealistische Künstlerin, die sich für die Einhaltung des Pariser Klima-Abkommens einsetzt." Dem Bericht zufolge studiert Julia Mandoki Religion und hat als Sängerin schon mit Peter Maffay auf der Bühne gestanden.

Für die Polizei ist nach eigenen Angaben noch nicht absehbar, wann die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst abgeschlossen wird. Zum einen sei die Situation am jetzigen Einsatzort "Lorien" durch dichtes Unterholz und Baumhäuser in großer Höhe unübersichtlich. Außerdem wisse man nicht genau, wie viele Baumhäuser es noch über die bekannten hinaus gebe.

Schon 64 Hütten im Hambacher Forst geräumt

Ursprünglich war die Polizei von 50 bis 60 Hütten ausgegangen. Am späten Mittwochabend waren nach Polizeiangaben aber schon 64 Baumhäuser der Rodungsgegner abgebaut. Seit Beginn der Einsatzmaßnahmen vor zwei Wochen wurden laut Polizei 115 Menschen vorläufig festgenommen. Außerdem habe es 227 Gewahrsammaßnahmen und 674 Platzverweise gegeben. 30 Polizisten seien bislang verletzt worden.

Umweltschützer protestieren seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzern RWE weite Teile des Waldes roden will, um Braunkohle zu baggern. RWE hält die Rodung für unerlässlich, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

Notärzte versorgen einen Mann, der von einem Baumhaus im Hambacher Forst gefallen war. Er überlebte nicht.
tkr / DPA
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