HOME

Tod beim Zahnarzt: Patient schluckte "vier bis fünf Ibuprofen-Tabletten am Tag"

Der junge Mann, der in Hamburg während einer Zahn-Operation starb, gibt den Ermittlern Rätsel auf. Seine Mutter nannte derweil erste Details zu seinem Medikamentenkonsum.

Eine Zahnoperation (Symbolbild zum Fall in Hamburg)

Vier Wurzelbehandlungen, sechs Kronen, 24 Füllungen: Die Zähne von Domink A. sollten komplett saniert werden (Symbolbild zum Fall in Hamburg)

Nach dem Tod des 18-Jährigen in einer Hamburger Zahnarztpraxis sind viele Fragen offen. Bislang gilt als "hochwahrscheinlich", dass der junge Mann unter Narkose während einer mehrstündigen Operation an einem Herzversagen starb. In der "Hamburger Morgenpost" äußert sich die Mutter zur Vorgeschichte. Die könnte Aufschluss geben.

Von einem Herzfehler ihres Sohnes Dominik A. habe sie nichts gewusst, sagt Anna A. Da es in der Familie auch keine ähnlichen Krankheitsfälle gab, wurde der junge Mann auch nicht entsprechend auf einen Verdacht hin untersucht.

Fall in Hamburg: Herzfehler durch zu viel Ibuprofen?

Doch der 18-Jährige könnte sein Herzversagen mit seinem eigenen Verhalten selbst begünstigt haben. Der junge Mann hat über einen langen Zeitraum täglich Ibuprofen und Paracetamol geschluckt. Wie seine Mutter angibt, litt er unter panischer Angst vor Zahnärzten. Trotz Zahnschmerzen habe er daher "seit Jahren" keinen Termin gemacht. "Er hat lieber die Schmerzen verheimlicht und Tabletten geschluckt", zitiert die "Morgenpost", es waren "zum Teil vier bis fünf Tabletten am Tag".

Es gibt Studien, die nahelegen, dass Schmerzmittel das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen. Besonders die langfristige Einnahme von Diclofenac, Ibuprofen und Coxiben kann problematisch sein. Nach Angaben der Mutter habe sie vor der Operation in einem Fragebogen angegeben, dass ihr Sohn Ibuprofen schluckt.

Auch, wenn sie den Aspekt Herzerkrankungen gutgläubig verneint habe, wie die Mutter erklärt - steht die Frage im Raum: Hätte der behandelnde Arzt beim Medikamentenkonsum nicht nachhaken müssen? Die Angaben, die die Mutter machte, seien vor der Operation jedenfalls nicht mehr medizinisch überprüft worden, sagte die Mutter der "Morgenpost".

Dominik A. starb am Freitagnachmittag an Herzversagen.

jen