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Fifa-Einladung: Gerettete Höhlen-Jungs können nicht zum WM-Finale reisen

Was könnte es Größeres geben für ein Jugend-Fußballteam als beim WM-Finale dabei zu sein? Die Fifa hat die aus der Tham-Luang-Höhle geretteten-Jungs aus Thailand eingeladen. Der größte Wunsch der Jungs ist aber ein anderer.

Höhlen-Drama: stern-Reporter Raphael Geiger berichtet aus Thailand

Es wäre so schön gewesen, doch die aus der Tham-Luang-Höhle geretteten Mitglieder des thailändischen Fußball-Teams können die Einladung zum WM-Finale in Moskau nicht annehmen. Die behandelnden Ärzte kündigten am Dienstag an, dass die acht bislang geretteten Kinder noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben müssten - von den noch zu rettenden Mitgliedern des Teams ganz zu schweigen. Damit haben die Spieler der Jugend-Mannschaft namens "Wildschweine" keine Chance, beim Finale der Weltmeisterschaft am kommenden Sonntag in Moskau dabei zu sein. 

Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte die insgesamt zwölf Jungen und ihren Trainer vergangene Woche eingeladen, auf Kosten des Weltfußballverbands nach Russland zu kommen. Die Fifa wäre "sehr froh, sie als Gäste beim WM-Endspiel in Moskau" begrüßen zu können, schrieb er. Die Jungen werden das Spiel nach Angaben der Ärzte aber im Krankenhaus auf dem Fernsehschirm verfolgen dürfen - wenn sie denn solange wachbleiben - Anpfiff ist nach thailändischer Zeit um 22 Uhr.

Höhlen-Jungs haben alle mächtig Kohldampf

Eines ist für die Jungs ohnehin noch größer als der Traum, das WM-Finale live zu sehen: der Kohldampf. Alle acht haben laut den behandelten Ärzten nach ihrer entbehrungsreichen Zeit in der Höhle mächtig Hunger. Und am liebsten würden sie alle eine ordentliche Portion gebratenes Schweinefleisch mit Reis - natürlich Thai-typisch scharf gewürzt verdrücken. Doch das käme nach mehr als zwei Wochen Unterernährung in der Höhle für die Mägen der Jungs zu früh. Tatsächlich bekommen sie derzeit Schonkost und müssen sich allmählich an normales Essen gewöhnen. Vielleicht wenigstens etwas Schokolade? Einige der Jungs haben schon danach gefragt. Ob sie ein Stück bekommen, ließen die Ärzte am Dienstag offen.

dho mit / DPA