Hubschrauberabsturz über Nordsee Keine Hoffnung auf Überlebende


Nach dem Absturz eines Hubschraubers vor Schottland mit 16 Menschen an Bord ist die Suche nach den übrigen Vermissten abgebrochen worden. Zuvor waren die Leichen von acht Insassen geborgen worden. Die Behörden befürchten das Schlimmste.

Bei dem Absturz eines Hubschraubers vor der nordöstlichen Küste Schottlands sind vermutlich alle 16 Insassen ums Leben gekommen. Nach der Bergung von acht Leichen sei die Suche nach den übrigen Vermissten bis Tagesanbruch abgebrochen worden, teilte die Polizei in der Nacht zu Donnerstag mit. Es sei das Schlimmste zu befürchten.

Der Absturz ereignete sich etwa 25 Kilometer vor der Küste von Crimond. Offiziellen Angaben zufolge waren die Flugbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks hervorragend. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Wetter eine Rolle bei dem Vorfall spielte", sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Nach ersten Einschätzungen von Luftfahrt-Experten deuten die Anzeichen auf einen technischen Defekt hin.

Nach Angaben des Ölkonzerns BP war der Hubschrauber auf dem Rückweg von der rund 270 Kilometer von der Küste entfernt gelegenen Ölplattform Miller. Knapp 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Aberdeen verlor der Pilot plötzlich die Kontrolle über die Maschine und setzte noch einen Notruf ab, bevor der Hubschrauber vom Typ Super Puma um 13.57 Uhr (Ortszeit) ins Meer stürzte. An Bord waren 14 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder. Zunächst wurden jedoch lediglich zwei umgestürzte Rettungsinseln entdeckt. An der Suche nach den Vermissten waren 15 Schiffe, zwei Hubschrauber und ein Marineflugzeug beteiligt.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. "Meine Gedanken sind bei den Verwandten derer, die Angehörige bei dem Absturz verloren haben", sagte Brown am Rande des G20-Gipfels dem Fernsehsender "Sky News". "In einem Moment wie diesem müssen wir uns der Risiken und Gefahren bewusst werden, die Menschen auf sich nehmen, um unseren Energiebedarf zu decken."

Der abgestürzte Hubschrauber gehört der Firma Bond Offshore Helicopters, die Plattformen in der Nordsee versorgt. Vor knapp zwei Monaten war ein Hubschrauber desselben Unternehmens und gleichen Typs rund 500 Meter vor einer Plattform in die See gestürzt. Alle 18 Insassen konnten damals gerettet werden. Die Gewerkschaft der Ölarbeiter verlangte, das Hubschrauber-Modell vorerst nicht mehr einzusetzen.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker