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Illegale Pushbacks "Die polnische Polizei hat uns geschlagen": Iraker berichtet von seiner Flucht

Sehen Sie im Video: Illegale Pushbacks – Iraker berichtet von Gewalt durch polnische Polizisten.




"Die polnische Polizei hat uns geschlagen. Es war für uns wirklich eine schlimme Geschichte in der Wildnis. Wir sind viermal nach Polen gekommen und die polnische Polizei hat uns immer wieder nach Belarus deportiert. Sie haben uns in der Wildnis zurückgelassen. Wir hatten kein Wasser. Ich habe die polnische Polizei gefragt, bitte gebt uns Wasser für die Kinder. Sie haben uns kein Wasser gegeben", erzählt der irakische Flüchtling Sangar Abdulla, der dieser Tage in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt lebt. Hier geht es ihm, seiner Frau, Schwester und seinem siebenjährigen Sohn gut. Doch der Weg hierher war lang. "Wir haben einem Mann Geld gegeben, der hatte ein Auto. Er brachte uns zur Grenze und dort sind wir ihm gefolgt, und er hat uns geholfen, nach Polen rüberzukommen, nachdem man uns schon drei, viermal von Polen nach Belarus deportiert hatte. Schließlich hat uns Person auch geholfen, nach Deutschland zu kommen." Abdulla hofft, dass er und seine Familie in Deutschland bleiben dürfen und endlich in Sicherheit sind. "Ich hoffe für die Zukunft meines Sohnes, dass er hier sicher sein wird und zur Schule geht, und dass es meiner Familie besser geht als im Irak, dass wir ein besseres Leben haben als im Irak." Olaf Jensen, Leiter der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt, sagt, worauf es in diesen Tagen ankommt. "Dass wir also die Leute relativ schnell ins Asylverfahren bringen, also innerhalb von Tagen, damit die auch versorgt sind natürlich, aber auch, dass also sozusagen die Identität jeder Person erfasst ist und wir zum Beispiel auch das, was in 2015 häufig passiert ist, dass es keine Mehrfach-Antragstellung gibt und dergleichen, also dass das alles sozusagen seine Ordnung hat." Von Grenzkontrollen halte er nichts, weil die Bundespolizei bereits fast jeden aufgreife, so Jansen. Sie würden lediglich Bürger, die auf beiden Seiten der Grenze leben und arbeiten, in ihrem Alltag behindern. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer belaufe sich der Zugang von Asylbewerberinnen und -bewerbern vom Zeitraum Januar bis September auf ca. 80.000. Eine Zahl, die ungefähr den Mittelwerten der vergangenen 30 Jahre entspreche. Ein Vergleich zu den Jahren 14-16, so Seehofer, sei nicht zulässig.
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Ein irakischer Flüchtling beklagt das gewaltsame Vorgehen der polnischen Polizei an der Grenze zu Belarus. Sangar Abdulla hofft, dass er und seine Familie endlich in Sicherheit sind – und in Deutschland bleiben dürfen.

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