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Indien: 21 Kinder sterben durch Gift im Schulessen

Reis und Linsen - mit Insektengift: Ein kostenloses Mittagessen in einer indischen Schulkantine hat bislang 21 Kindern das Leben gekostet. Offenbar waren die Nahrungsmittel verunreinigt.

Ein offenbar giftiges Mittagessen in einer Schulkantine in Indien hat noch schlimmere Konsequenzen als zunächst gedacht: Insgesamt sind bislang 21 Kinder nach dem Verzehr der Mahlzeit aus Reis und Linsen gestorben. Das teilte das Bildungsministerium des nordindischen Bundesstaats Bihar mit. Neun Schüler starben bereits am Dienstag, 13 weitere in der Nacht zum Mittwoch. Rund 30 weitere Kinder würden nach wie vor im Krankenhaus behandelt, bei einigen ist der Zustand kritisch.

"Es sieht nach einem Fall von Lebensmittelverunreinigung aus", sagte der zuständige Minister Mangapati Pallam Raju. Kurz nach Bekanntwerden der Tragödie protestierten hunderte empörte Menschen gegen die Regierung des Bundesstaates. Sie forderten "ernste Konsequenzen" für die verantwortlichen Beamten.

Kostenlose Mahlzeit für höhere Anwesenheitsquote

In vielen der 28 indischen Bundesstaaten waren die kostenlosen Mahlzeiten eingeführt worden, damit mehr arme Eltern ihre Kinder in den Unterricht schicken. In Bihar seien dabei immer wieder verdorbene und minderwertige Lebensmittel verwendet worden, sagte Jagdambika Pal, Sprecher der auf Bundesebene regierenden Kongresspartei.

Indien hat 1,2 Milliarden Einwohner, 455 Millionen davon leben unter der Armutsgrenze. Steigende Lebensmittelpreise verschlimmern die Situation der Armen stetig. Zudem berichtet die indische Nachrichtenagentur IANS immer wieder über weit verbreitete Korruption.

juho/DPA/AFP / DPA