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Überschallflug: Kampfjets schrecken Süditalien auf - und schuld ist ein deutsches Flugzeug

Als es in Süditalien zwei Mal heftig kracht, fürchten viele Italiener ein weiteres Erdbeben. Doch schuld am Lärm ist keine Bewegung in der Tiefe der Erde - sondern eine Verfolgungsjagd hoch oben am Himmel.

Ein Eurofighter der italienischen Luftwaffe (Archivbild)

Ein Eurofighter der italienischen Luftwaffe (Archivbild)

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Als es am späten Dienstagnachmittag in Süditalien krachte, hofften einige einfach nur: nicht schon wieder. Nicht schon wieder ein Erdbeben. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Erde in Mittelitalien gezittert, schon wieder gezittert, dieses Mal mit einer Stärke von 4,7 nach Richter. Immer wieder bebt dort die Erde, "Schon wieder Erdstöße, Schäden, Angst", schrieb danach Regierungschef Paolo Gentiloni auf Twitter, das geht nun schon seit vielen Monaten so. Doch am Krach über Süditalien war, das sollte sich später klären, keine Verschiebung in der Tiefe der Erde schuld - sondern eine Verfolgungsjagd hoch oben am Himmel.

An diesem späten Dienstagnachmittag durchbrachen zwei Eurofighter der italienischen Luftwaffe die Schallmauer. Erlaubterweise, teilte die Aeronautica Militare, Italiens Luftwaffe, später online mit. Gegen 16.20 Uhr habe man die Anweisung erhalten, ein Flugzeug einzuholen, das in den italienischen Luftraum eingetreten war, zu dem man allerdings den Funkkontakt verloren hatte. Um das Flugzeug schnellstmöglich abzufangen, habe man die Erlaubnis erhalten, einen Überschallflug durchzuführen - ein Manöver, das man laut einem Bericht von "Corriere della Sera" in den Regionen Kampanien und Apulien klar und deutlich hören konnte.

Offenbar ein deutsches Flugzeug ohne Funkkontakt

Darüber hinaus will der "Corriere" erfahren haben, dass es sich bei dem verdächtigen Flugzeug um einen deutschen Flieger handelte. In der Nähe von Trapani, Sizilien, hätten die beiden italienischen Eurofighter zu dem Flugzeug aufschließen können und erkannt, dass der Flieger weder entführt worden war noch ein andere Gefahrensituation an Bord herrschte. Daraufhin "begleiteten" die Jets das Flugzeug aus den italienischen Luftraums.

Nicht der einzige Fall in Italien

Es ist dies nicht das erste Mal im Jahr, dass ein Überschallflug in Italien kurzzeitig für Aufregung sorgt. Bereits am 22. März durchbrachen zwei italienische Kampfjets die Schallmauer, dieses Mal über Norditalien. Damals hatte sich eine Boeing 777 der Air France in den italienischen Luftraum "verirrt". 

pg