Jakarta Aufräumen nach der Flut


In den Hochwassergebieten von Jakarta hat die Feuerwehr damit begonnen, die am schlimmsten betroffenen Gegenden zu desinfizieren. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 80 angestiegen.

Mit dem allmählichen Abfließen der Wassermassen kehrt nach einer Woche Überschwemmungen in der indonesischen Haupstadt Jakarta langsam wieder der Alltag ein. Indonesische Medien berichteten wieder von den üblichen Verkehrsstaus. Auch normalisiere sich die Stromversorgung immer mehr.

Hunderte Soldaten sind im Einsatz, um Straßen und Gebäude von teils kniehohen Schmutzmassen zu reinigen. Zur Bekämpfung von Seuchen starteten die Behörden eine massive Desinfektionskampagne. Tankwagen der Feuerwehr versprühten Desinfektionsmittel. Deswegen müssen noch zehntausende Menschen in Notunterkünften ausharren. Mehr als 140.000 Einwohner der Zwölf-Millionen-Metropole konnten in ihre Häuser zurückkehren, rund 260.000 Menschen waren aber weiter obdachlos.

Ein Rückkehrer erlitt einen elektrischen Schlag, als er einen Generator in seinem Haus anstellen wollte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Streitkräfte mitteilten. Die 38 Jahre alte Titi Komola sagte: "Mein Haus und alles darin ist weggespült." Wenn sie Geld hätte, würde sie wegziehen, sagte die verwitwete Mutter von drei Kindern. In der Umgebung der Hauptstadt standen weiter hunderte Quadratkilometer große Gebiete unter Wasser, vor allem Reisfelder.

Die Behörden richteten sechs Zentren für die Versorgung der Flutopfer mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ein. Jede dieser Zeltstädte mit Küchen und Sanitäreinrichtungen habe eine Kapazität für bis zu 5000 Hilfesuchende. Mehr als 100 Kinder wurden nach Krankenhausangaben wegen Durchfallerkrankungen behandelt. Drei Menschen steckten sich mit der durch Ratten übertragenen Leptospirose an. Die Krankheit kann tödlich sein.

Die Zahl der Toten ist dabei auf mindestens 80 gestiegen. Ein Behördensprecher teilte mit, in den Provinzen Banten und West-Java nahe Jakarta seien in der vergangenen Woche 23 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer in der Hauptstadt wurde mit 57 angegeben.

Die Überschwemmungen waren vor einer Woche durch sintflutartige Monsunregenfälle verursacht worden. Zeitweise waren 75 Prozent der Millionen-Metropole und ihrer Umgebung überflutet. Die indonesische Regierung schätzte den Schaden auf rund 350 Millionen Euro.

Reuters/DPA DPA Reuters

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