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Schweres Erdbeben: Mindestens 32 Todesopfer - Tsunamigefahr - Hafenort evakuiert: die Lage in Mexiko

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 32 gestiegen. Wegen Tsunamigefahr haben die Behörden einen Hafenort evakuiert. Die Lage im Überblick. 

Mindestens 15 Todesopfer - Tsunamigefahr - Hafenort evakuiert: die Lage in Mexiko

Eine umgestürzte Mauer liegt über einem Auto in dem Viertel Iztacalco in Mexiko-Stadt.

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist die Zahl der Toten auf mindestens 32 gestiegen. Das geht aus neuen Zahlen des Katastrophenschutzes und des Gouverneurs des Staates Oaxaca, Alejandro Murat, hervor. Murat sagte im Sender Televisa, dass in Oaxaca 23 Menschen umgekommen seien. Im Bundesstaat Chiapas wurden bisher sieben Tote gefunden. Zwei Kinder starben im Bundesstaat Tabasco, darunter ein Baby, weil ein Beatmungsgerät in einem Krankenhaus keinen Strom mehr hatte. 

Am schlimmsten wurde bisher die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Dort stürzte auch ein Teil des Rathauses ein. Einheiten der Streitkräfte wurden zur Hilfe in die Katastrophenregion geschickt. Das Erdbeben vor der Pazifikküste im

Das Beben der Stärke 8,2 hatte am späten Donnerstagabend den Süden des Landes erschüttert. Das Epizentrum lag vor der Küste des Bundesstaates Chiapas im Pazifik. Die Erschütterungen waren sogar in der rund tausend Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren.

Hafenort wegen Tsunamigefahr evakuiert

Die Behörden im Bundesstaat Chiapas haben Menschen wegen Tsunamigefahr in Sicherheit gebracht. Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) auf Twitter mit. Die Behörde veröffentlichte Bilder von der Evakuierung. Darauf war zu sehen, dass Bewohner in Lastwägen in Sicherheit gebracht wurden.

Beben setzte jahrzehntelang aufgebaute Energie frei

Mexiko wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, doch das Beben vom Freitag ist nach Worten von Präsident Enrique Peña Nieto das heftigste seit mehr als 100 Jahren. Solch starke Beben setzen Energie frei, die über Jahrzehnte durch die Bewegung der tektonischen Platten aufgebaut wurde, wie Professor Marco Bohnhoff, Leiter der Sektion Geomechanik und Rheologie am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ), der Deutschen Presse-Agentur erklärte. Sie seien entsprechend selten, aber mit teils zerstörerischen Auswirkungen. 

Sogar im fast 10.000 Kilometer entfernten Rüdersdorf bei Berlin konnte das Beben gemessen werden, wie Josef Zens vom GFZ sagte.
Selbst in Berlin habe es eine Wellenbewegung von 8,5 Millimetern nach oben und unten gegeben. Bei einem Erdbeben der Größe um 8 bewegen sich zwei Platten von etwa 300 mal 50 Kilometern innerhalb von Sekunden um einige Meter aneinander vorbei, wie Bohnhoff weiter erklärte. Die dabei freigesetzte Energie wird in Form von Erdbebenwellen abgestrahlt, was bis in mehr als 1000 Kilometer Entfernung zu Erschütterungen führt.

fs / AFP / DPA