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Los Angeles "Du raubst mir den Atem": Polizisten verhöhnen George Floyd zum Valentinstag

George Floyd
George Floyd starb Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz
© Angela Weiss / AFP
Rassismus bei der US-Polizei bleibt ein Thema: In Los Angeles sollen Polizisten George Floyd mit einer zynischen Valentinstagskarte verhöhnt haben. Floyd war im vergangenen Jahr bei einem brutalen Polizeieinsatz gestorben.

Abgesehen von der Wahl des Präsidenten hat im vergangenen Jahr kein Ereignis die USA so aufgewühlt wie der Tod von George Floyd. Der schwarze Amerikaner kam im Mai im Alter von 46 Jahren bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben, weil ein Polizist auf seinem Hals kniete, bis Floyd erstickte. Seine letzten Worte gingen um die Welt: "Ich kann nicht mehr atmen", "I can't breathe".

Auf den Tod folgten Demonstrationen der Bewegung "Black Lives Matter", die sich gegen Rassismus und die Ungleichbehandlung von Schwarzen engagiert. Rund um die Welt wurde das Thema diskutiert. Angesichts des übertrieben harten Einsatzes der vier Polizisten, die Floyd festnehmen wollten, wurde die US-Polizei hart für ihren Umgang mit schwarzen Bürgern kritisiert. Doch wie weit Rassismus bei der Polizei verbreitet ist, zeigt ein aktueller Vorfall in Los Angeles. Dort haben Polizisten zum Valentinstag George Floyd mit einem Bild verhöhnt.

Valentinstagskarte mit dem Gesicht von George Floyd

Wie die "Los Angeles Times" berichtet, wurde unter den Polizisten ein Foto von Floyd mit der Aufschrift "Du raubst mir den Atem" herumgereicht – eine zynische Anspielung auf die letzten Worte des Verstorbenen. Das Bild sei im Stil einer Valentinstagskarte gestaltet gewesen. Ein Officer meldete den Vorfall. Die Vorwürfe würden nun genauer untersucht, ebenso wie zwei verdächtige Instagram-Accounts, sagte Polizeichef Michel Moore. Er versprach "null Toleranz" gegenüber rassistischen Einstellungen. Noch ist unklar, ob das Bild tatsächlich von einem Polizisten entworfen wurde. 

Neues Video von George Floyds Verhaftung: Passanten flehen Polizisten an

Die juristische Aufarbeitung im Fall Floyd geht langsam voran. Im März soll der Prozess gegen den Hauptangeklagten Derek C. beginnen. Ihm wird Mord zweiten Grades vorgeworfen. Die drei weiteren beteiligten Polizisten sind wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

Quellen: "Los Angeles Times" / Los Angeles Police Department auf Twitter

epp

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