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Duisburg: Jetzt sagt der erste Polizist im Loveparade-Prozess aus

Im Prozess um die Loveparade-Katastrophe von 2010, bei der 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden, tritt am Dienstag der erste Polizist in den Zeugenstand. Für die Befragung nimmt sich das Duisburger Gericht besonders viel Zeit.

Strafprozess um Loveparade-Katastrophe: Tausende Raver drängen sich auf der Loveparade in und vor dem Tunnel in Duisburg

Tausende Loveparade-Besucher drängen sich in und vor dem Tunnel in Duisburg, in dem sich eine Massenpanik ereignet hat

DPA

Zum achten Mal hat sich die Katastrophe von Duisburg nun gejährt, der Strafprozess um die Massenpanik der Loveparade blickt allerdings noch keinem Ende entgegen. Am Dienstag wird erstmals ein Polizist als Zeuge vernommen. Befragt wird der damalige polizeiliche Leiter des Führungsstabs am Veranstaltungstag 24. Juli 2010. Das Gericht hat insgesamt fünf Verhandlungstage für die Befragung angesetzt, so viele wie noch für keinen Zeugen davor. In der Befragung durch den Vorsitzenden Richter Mario Plein ging es vor allem darum, wie der Polizist die Rollen der zehn Angeklagten wahrgenommen hatte.

In der Außenstelle des Landgerichts Duisburg auf dem Düsseldorfer Messegelände gab der 55-jährige hochrangige Beamte zunächst einen groben Überblick über seine Tätigkeit im Zusammenhang mit der Loveparade. Er berichtete, dass er am Veranstaltungstag die Spätschicht als Stabsleiter zusammen mit einem Polizeiführer innehatte. 

Sohn des Polizisten nahm an der Loveparade in Duisburg teil

In der Mittagszeit habe er zuvor noch seinen Sohn und dessen Bekannten auf der Veranstaltungsfläche abgesetzt. Einzelne polizeiliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem sich am späten Nachmittag abzeichnenden verhängnisvollen Gedränge kamen zunächst nicht zur Sprache. 

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte der Veranstalterin Lopavent unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.

sve / DPA
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