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Eine Million Dollar Schaden Hausbesitzer brennt versehentlich Haus ab – weil er Schlangen vertreiben wollte

Auf seinem Twitter-Account teilt Feuerwehrmann Pete Piringer Bilder seiner Arbeit 
Auf seinem Twitter-Account teilt Feuerwehrmann Pete Piringer Bilder seiner Arbeit 
© Twitter / Pete Piringer
Im US-Bundesstaat Maryland wollte ein Mann sein Haus mit Rauch von Schlangen befreien. Nun hat er einen Schaden von geschätzt einer Million Dollar angerichtet. 

Ein Mann aus Montgomery County im US-Bundesstaat Maryland hatte ein Schlangenproblem: Denn in der Region verstecken sich die Kaltblüter zum Überwintern gerne einmal in den Kellern von Wohnhäusern. Daher fasste er einen Plan, die Reptilien mit Rauch zu vertreiben – doch der ging gehörig nach hinten los. Nun sind sowohl Mensch als auch Tiere obdachlos. 

Zu nah an brennbaren Materialien 

Pete Piringer, der Öffentlichkeitsbeauftragte des Montgomery County Fire and Rescue Service, setzte vor wenigen Tagen mehrere Tweets mit beeindruckenden Bildern des Hausbrands ab. Demnach hätte der Hausbesitzer die ungebetenen Hausgäste mit Rauch vertreiben wollen, hätte aber nicht bedacht, dass die Kohle in der Nähe von brennbaren Materialien entfacht wurde. 

"Es war wohl so, dass die Wärmequelle zu nahe an dem brennbaren Material war, was den Brand in den Wänden und an der Decke verursachte, ohne dass der Hausbesitzer dies zu diesem Zeitpunkt wusste", sagte Piringer laut "NY Post" in einer aufgezeichneten Sprachnotiz zu dem Vorfall. 

Das Feuer sei zunächst im Keller ausgebrochen als der Hausbesitzer selbst nicht anwesend war. Nachbarn hätten das Feuer entdeckt und die Feuerwehr gerufen. Als die Einsatzkräfte die Flammen in dem großen Einfamilienhaus löschten, war bereits ein Schaden von schätzungsweise einer Million Dollar entstanden. Insgesamt seien laut "Washington Post" 75 Feuerwehrleute über mehrere Stunden mit dem Löschen beschäftigt gewesen.

Keine Menschen wurden verletzt 

Glücklicherweise wurden bei dem Vorfall keine Menschen verletzt, einige Schlangen wurden tot aufgefunden oder sind laut Feuerwehr geflohen. Dennoch sollen sich in dem rund 900 Quadratmeter großen Haus unzählige Erdnattern getummelt haben – eine Schlangenart, die jedoch ungiftig ist. Eine weitere Schlange sei lebend gefunden worden. "Sie kam aus dem Fundament heraus", berichtete Piringer. Das Reptil sei eingefangen und im nahe gelegenen Wald ausgesetzt worden.

Vorhaben war vergebens

Der Ansatz des Hausbesitzers sei laut Experten vergebens gewesen, denn Schlangen hätten zwar einen ausgeprägten Geruchsinn. Vertreiben ließen sie sich durch Rauch jedoch trotzdem nicht. Angesichts der kalten Temperaturen in Maryland hätte der Rauch die Schlangen wahrscheinlich nicht zu großen Bewegungen veranlasst, da sie sich im Grunde in einem Zustand tiefer Ruhe befunden hätten. "Sie werden sehr träge gewesen sein", sagte Emily Taylor, Professorin an der Kalifornischen Polytechnischen Universität der "Washington Post".

Auch Zoologie-Experte John Kleopfer meinte: "Ich habe noch nie gehört, dass jemand versucht habe, Schlangen in einem Haus auszuräuchern." Er empfehle das nicht. Wildtierbiologe Dan Rauch bestätigt dies der Zeitung: "Ich empfehle auf jeden Fall etwas anderes für den Umgang mit Schlangen – angefangen damit, einen Fachmann zu rufen."

Quellen:"Washington Post", "NY Post", Twitter


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