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Massaker im Süden der Philippinen: Mindestens 39 Tote nach blutiger Entführung

Bei einem Massaker an Anhängern eines Gouverneurskandidaten sind im Süden der Philippinen nach Polizeiangaben mindestens 39 Menschen getötet worden. Die Gruppe wollte einen Bewerber für die Gouverneurswahl in der Provinz Maguindanao im kommenden Mai anmelden und wurde dabei am Montag entführt.

Bei einem Massaker an Anhängern eines Gouverneurskandidaten sind im Süden der Philippinen nach Polizeiangaben mindestens 39 Menschen getötet worden. Die Gruppe wollte einen Bewerber für die Gouverneurswahl in der Provinz Maguindanao im kommenden Mai anmelden und wurde dabei am Montag entführt. Die Menschen wurden später erschossen oder erschlagen und notdürftig begraben an einem abgelegenen Abhang nahe einer Schnellstraße gefunden. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verhängte am Dienstag den Notstand über die Region.

Mindestens fünf Menschen würden noch vermisst, sagte der philippinische Polizeichef Jesus Verzosa. Einigen der getöteten Männer waren die Hände auf dem Rücken gefesselt, wie ein Reuters-Fotograf berichtete. Auch eine schwangere Frau war unter den Opfern, außerdem acht Lokaljournalisten.

Ebenfalls getötet wurde nach Angaben von Militärvertretern die Frau des Gouverneursbewerbers Esmael Mangudadatu, dessen Kandidatur die Gruppe anmelden wollte. Mangudadatu sagte im Radio, vier Menschen seien dem Massaker entkommen und befänden sich nun in seiner Obhut in Sicherheit. Mit seiner Kandidatur will er gegen den bislang dreimal ohne Konkurrenten gewählten Amtsinhaber auf dem Gouverneursposten antreten.

Der Notstand, der dem Militär und der Polizei weitreichende Befugnisse einräumt, gilt für unbestimmte Zeit in den Provinzen Maguindanao und Sultan Kudarat sowie in der Stadt Cotabato. Auf diese Weise solle weitere Gewalt verhindert werden, sagte ein Spreche des Präsidialamts. Präsidentin Präsidentin Arroyo entsandte zusätzliche Truppen in die Region und entließ den Polizeichef von Maguindanao. Innenmininister Ronaldo Puno versprach eine schnelle Aufklärung des Massakers. Den Behörden lägen bereits Namen mutmaßlicher Täter vor.

Reuters / Reuters