Massenunfall Britische Reisebusse kollidieren auf A4


In Nordrhein-Westfalen starben zwei Menschen beim Auffahrunfall eines LKWs und zweier britischer Reisebusse, 27 Insassen wurden schwer verletzt. Die meisten Passagiere waren Jugendliche.

Bei einem schweren Unfall mit zwei britischen Reisebussen sind am Samstagmorgen auf der Autobahn A 4 bei Kerpen in Nordrhein-Westfalen zwei Engländer getötet worden. Dabei handelte es sich um einen 14-jährigen Jungen und einen 70 Jahre alten Mann. Unter den 28 Verletzten waren vier Schwerverletzte wie die Polizei mitteilte. Einer davon schwebte in Lebensgefahr. Die Reisebusse waren hauptsächlich mit Jugendlichen besetzt. Die Schüler aus England waren auf dem Weg in den Skiurlaub nach Österreich.

Die beiden Reisebusse waren zufällig zur gleichen Zeit am Unglücksort. Der Fahrer des ersten doppelstöckigen Busses hatte nach Angaben der Polizei wegen einer Panne rechts auf der Standspur angehalten. Wahrscheinlich wollte er einen Reifen wechseln. Nach ersten Erkenntnissen ragte das Heck leicht in die Fahrbahn. Ein nachfolgender Lastwagen erfasste die Situation zu spät und fuhr mit voller Wucht auf. "Der Anhänger ist umgeschlagen und hat sich auf der Fahrbahn quer gestellt", sagte Andreas Moh von der Bezirksregierung Köln. Kurz danach sei der zweite englische Bus ungebremst in die Unfallstelle gefahren, dabei wurde der Lkw-Fahrer schwer verletzt.

Beide Busse waren unabhängig voneinander unterwegs

Der 14-jährige Junge starb im ersten Bus. Er wurde von einer Eisenstange aus dem Lkw getroffen, die sich in den Bus gebohrt hatte. Das zweite Todesopfer, der 70-Jährige, saß auf dem Beifahrersitz im zweiten Bus. Von vier schwer verletzten Erwachsenen schwebte einer in Lebensgefahr. Insgesamt saßen 108 Menschen in den Bussen. 220 Einsatzkräfte und acht Notärzte waren im Einsatz. Die Autobahn war stundenlang gesperrt.

Die beiden Busse waren am Freitag in den englischen Städten Norwich und Ipswich gestartet. An Bord waren Jugendliche aus zwei Schulen, die unabhängig voneinander auf dem Weg in die Alpen waren. "Das war absoluter Zufall, dass die beiden Busse aus England kamen und beide in den Unfall verwickelt wurden", sagte Moh.

Zweites Busunglück innerhalb weniger Tage

Viele Schüler, alle im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren, erlitten einen Schock. Sie wurden in eine Kerpener Schule gebracht und dort psychologisch betreut. Dabei halfen auch Dolmetscher. "Wir stehen in engem Kontakt mit dem britischen Konsulat", sagte Wolf. Die Familien der Jugendlichen in der Heimat seien informiert.

Erst am vergangenen Donnerstag waren drei Schüler beim Zusammenstoß eines Linienbusses mit einem Lastwagen auf glatter Straße in Niedersachsen ums Leben gekommen. Die beiden Fahrer und acht Fahrgäste wurden verletzt, zwei davon schwer. Nach Angaben der Polizei war der Lkw bei Coppenbrügge nahe Hameln im Schneetreiben auf die Gegenfahrbahn geraten, hatte dort Bus gerammt und seitlich aufgeschlitzt.

DPA/AP AP DPA

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