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Mindestens 20 Bergleute verunglückt Chinas Bergbauindustrie ist die tödlichste der Welt


Nach einer Explosion in einem chinesischen Kohlebergwerk ist das Schicksal von 17 eingeschlossenen Arbeitern unklar. Die Behörden bestätigten am Samstag, dass bei dem Unglück nahe der Stadt Yuzhou in der Provinz Henan mindestens 20 Bergleute getötet worden seien.

Nach einer Explosion in einem chinesischen Kohlebergwerk ist das Schicksal von 17 eingeschlossenen Arbeitern unklar. Die Behörden bestätigten am Samstag, dass bei dem Unglück nahe der Stadt Yuzhou in der Provinz Henan mindestens 20 Bergleute getötet worden seien. Mehr als 70 Retter versuchten, zu den Verschütteten vorzudringen. Doch hohe Gaskonzentrationen und lose Kohlebrocken hinderten die Helfer bei der Arbeit, wie der Sender CCTV berichtete. Das Unglück weckt die noch frische Erinnerung an die Rettung von 33 Minenarbeitern in Chile, die am Donnerstag erfolgreich abgeschlossen wurde.

Zum Zeitpunkt des Unglücks am Samstagmorgen (Ortszeit) waren nach Angaben der Arbeitsschutzbehörde mehr als 270 Kumpel in dem Bergwerk. Die meisten konnten sich nach der Explosion ins Freie retten. Es blieb aber zunächst unklar, in welcher Tiefe sich die Eingeschlossenen befinden und ob sie noch am Leben sind. Da über das chilenische Grubenunglück von den chinesischen Staatsmedien ausgiebig berichtet wurde, stehen die Regierung und die Verantwortlichen der Mine nun wohl unter Druck, ebenso offen über die Rettungsarbeiten in Yuzhou zu informieren.

Der Unfall weist auf die traurige Bilanz der chinesischen Bergbauindustrie hin: Nirgends sonst kommen so viele Bergleute ums Leben wie in China, im vergangenen Jahr waren es 2.600. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres wurden allein in den Kohlebergwerken mindestens 515 Kumpel getötet, den jüngsten Unfall nicht mitgezählt. In der Provinz Henan spielte sich auch das verheerendste Minenunglück Chinas ab: 2004 wurden dort 195 Menschen bei einem Unfall getötet.

Peking geht zwar gegen illegale Bergwerke vor und schloss allein in diesem Jahr mehr als 1.600 Kohlegruben. Dennoch stieg die Zahl der Opfer in der ersten Hälfte dieses Jahres wieder an, nachdem sie mehrere Jahre in Folge zurückgegangen war. Die Regierung hat im Oktober angekündigt, dass Besitzer von Minen die Arbeiter unter Tage begleiten müssen - andernfalls drohen den Managern empfindliche Strafen.

Auch in China hat es dieses Jahr eine Aufsehen erregende Rettungsaktion unter Tage gegeben: 115 Arbeiter überlebten über eine Woche eingeschlossen in einer überfluteten Mine in der Provinz Shanxi. Die Bergleute aßen Sägespäne, Baumrinde und sogar Kohle. Manche band sich selbst mit ihren Gürteln an der Wand fest, um während des Schlafs nicht zu ertrinken.

APN APN

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