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Spanien Nach Kampf gegen männliches Tier: Bärin mit ihren Jungen tot in Höhle aufgefunden

Kindsmord kommt unter Bären vor
Kindsmord kommt unter Bären vor (Archivbild)
© Augst / Eibner-Pressefoto / Picture Alliance
Eine Bärin, die vor Wochen ihren Nachwuchs gegen ein männliches Tier verteidigt hatte, ist mit ihren beiden Jungen tot in einer Höhle in Nordspanien aufgefunden worden. Der Kampf war damals auf Video festgehalten worden und viral gegangen.

Spanische Wildhüter haben die Leichen einer Bärin und ihrer zwei Jungen tot in einer Höhle gefunden. Sie vermuten, dass es sich um dieselbe Bärin handelt, die vor drei Monaten ihren Nachwuchs gegen den Angriff eines männlichen Tieres verteidigt hatte. Der heftige Kampf in den Bergen der Region Kastilien und León war damals zufällig von zwei Wanderern mit dem Handy aufgenommen worden. Der Clip ging danach viral.

In dem Video ist zu sehen, wie das viel größere männliche Tier die Bärin und eines ihrer Jungen angreift. Während des Kampfes stürzten sie gemeinsam einen Steilhang hinab. Das Muttertier überlebte schwerverletzt und flüchtete sich mit ihrem Jungen in eine nahe gelegene Höhle. Den 217 Kilogramm schweren Angreifer fanden Wildhüter Anfang Juni tot in der Nähe der Absturzstelle.

Hier können Sie das Video in voller Länge sehen.

Tage später wird in die Bärin in Höhle entdeckt

In den Tagen danach entdeckten die Wildhüter die Bärin und das Junge etwa 15 Meter tief in der Höhle. "Nachdem wir festgestellt hatten, dass sie noch lebten, wurden Nahrung und Wasser in die Höhle gebracht, damit sie sich möglichst ungestört erholen konnten", zitierte der britische "Guardian" die Ranger.

In den folgenden Tagen wurden die Lebenszeichen schwächer. Die Wildhüter setzten eine Drohne mit Videokamera ein, um die Bären zu lokalisieren. Anfang September fanden sie schließlich die Leichen von drei Bären in einer Felsspalte, die lediglich 50 Zentimeter breit war. Das dritte Tier ist mit großer Wahrscheinlichkeit das zweite Junge der Bärin. Es war vor dem Kampf in der Felsspalte verschwunden, vermuteten die Ranger. Die Überreste der Leichen werden nun obduziert, um die genaue Todesursache festzustellen.

Der Kindsmord oder Infantizid ist unter Braunbären durchaus üblich: Männliche Exemplare töten die Jungen, um mit der Bärin eigenen Nachwuchs zu haben. Zwei oder drei Tage nach dem Tod ihrer Jungtiere sind Muttertiere wieder brünftig. Oft sterben Bärinnen aber auch, wenn sie ihren Nachwuchs verteidigen wie in diesem Fall in Spanien. 

Quelle: "The Guardian"

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