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Nigerias Hauptstadt Abuja 71 Tote bei Bombenanschlag auf Busbahnhof


Ein belebter Busbahnhof in Nigerias Hauptstadt Abuja wurde das Ziel eines Bombenanschlags. Mindestens 71 Menschen sollen getötet worden sein. Zeugen berichten von einem Selbstmordattentäter.

Bei einem schweren Bombenanschlag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sollen am Montag mindestens 71 Menschen ums Leben gekommen sein. Dies erklärte ein Sprecher der örtlichen Notfallagentur am Montagnachmittag. Weitere 124 Menschen seien verletzt worden. Sie würden in verschiedenen Krankenhäusern von Abuja behandelt.

Die Zeitung "Premium Times Nigeria" berichtete zuvor, dass mit mindestens 200 Toten gerechnet werde. Viele Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit zerrissen worden, und überall hätten Leichenteile gelegen.

Die Explosion ereignete sich auf einem belebten Busbahnhof in dem Viertel Nyanyan. Zahlreiche Ärzte seien im Einsatz, während Soldaten, Polizei und Feuerwehr das Gebiet weiträumig abgeriegelt hätten, sagte der Anwohner Joseph Audu. Im Fernsehen war zu sehen, wie dichter Rauch aus dem Busbahnhof dringt. Mehrere Fahrzeuge seien zerstört und Geschäfte beschädigt worden. Zur Zeit der Explosion sei der Busbahnhof voller Menschen gewesen, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Die nahe liegende Hauptstraße führt direkt ins Handelszentrum der Metropole.

Hintergrund der Tat bislang unklar

Wer für die Tat verantwortlich ist, war unklar. Ein Sprecher der Krisenmanagementbehörde (NEMA) sagte, Augenzeugen zufolge habe es zwei Explosionen gegeben, und ein Selbstmordattentäter könnte die Bombe gezündet haben.

In dem westafrikanischen Land verübt die radikalislamische Sekte Boko Haram seit Jahren schwere Angriffe auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Die Gruppe will im überwiegend muslimischen Norden des Landes einen Gottesstaat errichten. Im Jahr 2011 sprengte sich in Abuja ein Selbstmordattentäter der Boko Haram mit einem Auto vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in die Luft und riss mindestens 26 Menschen mit in den Tod. Ein erneuter Anschlag in Abuja würde die Behauptung der Behörden widerlegen, wonach die Gruppe zuletzt geschwächt wurde.

awö/DPA/AFP DPA

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