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Notwasserung vor Sizilien: Flugzeug hatte womöglich zu wenig getankt

Nach der Notwasserung eines Flugzeuges vor Sizilien, bei der mindestens 16 Menschen ums Leben kamen, suchen Experten nach der Unglücksursache. Ins Blickfeld gerät jetzt die Treibstoffversorgung.

Das vor der sizilianischen Küste notgelandete tunesische Passagierflugzeug war möglicherweise nicht ausreichend aufgetankt. Die Ermittlungen nach der Notwasserung mit wahrscheinlich 16 Toten konzentrierten sich auf die Treibstoffversorgung der Maschine, sagte ein Sprecher der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC am Montag. Gerichtsmedizinern zufolge starben die meisten Opfer unmittelbar beim Aufprall der Maschine auf der Wasseroberfläche. Nach drei Vermissten wurde weiter gesucht.

Nach Angaben von Passagieren stoppten vor der Notwasserung nacheinander beide Motoren. Der Pilot habe möglicherweise nicht überprüft, ob genügend Treibstoff im Tank war, sagte ENAC-Leiter Vito Riggio. Vorstellbar sei auch, dass die Treibstoffanzeige nicht richtig funktionierte. Während eines 20-minütigen Aufenthalts in Bari, wo das Passagierflugzeug in Richtung Dscherba in Tunesien startete, sei nur sehr wenig aufgetankt worden, sagte Riggio. Tests hätten ergeben, dass die Spritqualität nicht zu beanstanden sei. Zehn weitere Maschinen hätten in Bari getankt und ohne Probleme ihr Ziel erreicht, so Riggio. Entsprechende Untersuchungen in Tunesien stünden noch aus. Der Flugschreiber wurde bisher nicht gefunden, er ist offenbar auf den Meeresboden gesunken.

Obduktionen fast abgeschlossen

Die Obduktion der bislang geborgenen 13 Leichen war nach Angaben von Ärzten fast abgeschlossen. Einige Passagiere starben offenbar, während sie noch ihre Sicherheitsgurte geschlossen hatten, sagte der Leiter der Gerichtsmedizin in Palermo, Paolo Procacciati, der Nachrichtenagentur AP. Viele hätten Kopfverletzungen erlitten. Drei Menschen - zwei Passagiere und ein Mechaniker - wurden noch vermisst. "Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken", sagte ein Sprecher der Hafenbehörde. 23 Insassen, darunter der Pilot und der Kopilot, überlebten das Unglück.

Die Maschine sollte ursprünglich auf dem Flughafen von Palermo notlanden, ging dann aber 16 Kilometer vor der Küste nieder.

AP / AP
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