Ölpest im Golf von Mexiko Hoffnung auf Schadensbegrenzung durch besseres Wetter


Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hoffen die Einsatzkräfte dank besserer Wetter-Aussichten in den nächsten Tagen auf Fortschritte. Die Vorhersage der Meteorologen sei "recht gut", sagte BP-Manager Doug Suttles am Montag.

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hoffen die Einsatzkräfte dank besserer Wetter-Aussichten in den nächsten Tagen auf Fortschritte. Die Vorhersage der Meteorologen sei "recht gut", sagte BP-Manager Doug Suttles am Montag. Möglicherweise könne schon am Dienstag wieder damit begonnen werden, mit Schiffen Öl von der Meeresoberfläche abzuschöpfen.

Man hoffe auch, erneut auf See Öl abfackeln zu können. Beides war in den vergangenen Tagen wegen hoher Wellen nicht möglich. Suttles wies Berichte als "unzutreffend" zurück, wonach durch das Schließen einer Sicherheitsvorrichtung der Austritt des Öls ins Meer deutlich verringert worden sei.

Bislang gebe es noch keine Hinweise, dass Ölklumpen die Küsten Louisianas oder der benachbarten Staaten erreichten hätten, sagte Charlie Henry von der US-Wetterbehörde NOAA. In den nächsten Tagen sei zudem mit südwestlichem bis nördlichem Wind zu rechnen, der den schmierigen Teppich von den Küsten fernhalten könnte. Das Öl bedroht nicht nur sensible Ökosysteme. Auch die Fischerei-Industrie am Golf von Mexiko bangt um ihre Existenz.

Nach den Worten von BP-Manager Suttles kommen die Bemühungen des Konzerns voran, das Öl schon an der Quelle in den Griff zu bekommen. Der Konzern will eigens angefertigte Kuppeln über die Lecks stülpen und so das austretende Rohöl abfangen. Für Dienstag ist der Schiffstransport des ersten 65-Tonnen-Gehäuses zum Bohrloch geplant. Binnen einer Woche soll die Kuppel im Einsatz sein. Laut Suttles wurde diese Methode bislang nur in seichteren Gewässern angewendet - und nicht in 1500 Metern Tiefe, wie an dieser Stelle.

Chemikalien mit Hilfe von Unterwasser-Robotern direkt an der Quelle ausgebracht, um das Öl zu binden. Aus der Luft soll in Kürze geklärt werden, ob der Schritt die erhoffte Wirkung zeigt, sagte Suttles weiter.

Die von BP geleaste Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 22. April nach einer Explosion gesunken. Seitdem strömen am Tag schätzungsweise mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Meer. US-Präsident Barack Obama befürchtet eine Umweltkatastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß. Nach Schätzungen muss sich der Konzern - inklusive Schadensersatz - auf Kosten in Milliardenhöhe einstellen.

Die Schäden für die Natur in der Küstenregion, so wird befürchtet, könnten noch heftiger ausfallen als die beim "Exxon Valdez"- Unglück 1989 vor Alaska. Damals verendeten mindestens 250 000 Seevögel, nachdem knapp 40 000 Tonnen Rohöl aus einem Öltanker ins Meer geströmt waren.

Zigtausenden Fischern in der Küstenregion im Süden der USA droht schon jetzt das Aus: Die US-Behörden haben ein vorläufiges Fangverbot für mindestens zehn Tage verhängt. Die US- Bundesstaaten Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi riefen bereits den Notstand aus.

DPA DPA

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