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Brieffreundin des Papstes: Johannes Paul II. und sein Schlag bei den Frauen

Der Vatikan winkt gelangweilt ab, aber der BBC ist es eine Dokumentation wert: Papst Johannes Paul II. pflegte jahrzehntelang eine intensive Freundschaft zu einer verheirateten Frau. Sie hegte sogar "intensive Gefühle" für ihn.

Papst Johannes Paul II

Papst Johannes Paul II. soll Briefkontakt zu vielen Frauen unterhalten haben - sagt der Vatikan

Ihre Freundschaft begann mit einem beruflichen Angebot und endete erst mit seinem Tod 32 Jahre später. Er nannte ihre Bekanntschaft "ein göttliches Geschenk", sie hegte offenbar "intensive Gefühle" für ihn. Soweit so unspektakulär, wenn sie nicht verheiratet und er nicht der Stellvertreter Gottes auf Erden gewesen wäre. Die Rede ist von Papst Johannes Paul II. und der Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka, die, wie die BBC in einer Dokumentation berichtet, jahrzehntelang eine anscheinend enge Beziehung hatten. Die beiden hatten sich 1973 kennengelernt.

Karel Wojtyła beim Zelten:


Karol Wojtyła war damals Erzbischof in Krakau und hatte das Buch "Person und Tat" verfasst. Tymieniecka, die Amerikanerin mit polnischen Wurzeln, hatte ihm angeboten, sein Buch ins Englische zu übersetzen. Was auch geschah. Und noch mehr: Aus der Zusammenarbeit entwickelte sich ein intensiver Kontakt, wie aus Briefen und Fotos von ihm an sie hervorgeht, die der britische Sender einsehen konnte. Die Korrespondenz, die bislang vor der Öffentlichkeit zurückgehalten wurde, ist in der Nationalbibliothek Polens archiviert. Die Freundschaft war so eng, dass sie gemeinsame Spaziergänge unternahmen und sogar Skiurlaube und Campingausflüge unternahmen. Auf einem Bild ist der spätere Papst vor einem Zelt zu sehen, bekleidet in kurzer Hose und T-Shirt. 

Der Papst und die Philosophin beim Skifahren:


In der BBC-Dokumentation wird klar darauf hingewiesen, dass die Beziehung offenbar rein platonisch gewesen sei und es keine Hinweise gebe, dass der Papst den Zölibat gebrochen habe. Doch aus den Briefwechseln gehe auch hervor, dass Tymieniecka "intensive Gefühle" für Wojtyła gehegt habe. Er wiederum bezeichnete sie als "Geschenk Gottes". Was insofern etwas ungehörig erscheint, weil sie verheiratet war und drei Kinder hatte. Für den Vatikan sind diese Enthüllungen keine Neuigkeiten. "Die Dokumentation ist mehr Rauch als Feuer", sagte ein Sprecher des Kirchenstaates dem britischen "Guardian". Zudem sei die Beziehung zwischen dem Papst und der Philosophin nie ein Geheimnis gewesen.


Johannes Paul II. hatte Kontakt zu vielen Frauen

Bei der polnischen Nationalbibliothek heißt es, dass Johannes Paul II. mehrere Brieffreundschaften zu Frauen unterhalten habe. So wurde etwa vor einigen Jahren eine enge Beziehung zur Psychiaterin Wanda Potawska bekannt. Sie hatte die Konzentrationslager im Dritten Reich überlebt, und er hatte ihr in der Nachkriegszeit geholfen, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Später veröffentlichte sie ein Buch mit ihrem Briefwechsel. Glaubt man allerdings den Filmemachern, dann wollen die Hüter des Papsterbes solche Geschichten nur ungern lesen. In der BBC-Doku ist die Rede davon, dass Anna-Teresa Tymieniecka seit dem Ableben von Johannes Paul II. systematisch totgeschwiegen wurde. Mutmaßlich deswegen, um seine Seligsprechung nicht zu gefährden, die deutlich früher als üblich erfolgte.



nik
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