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Pleistozän-Park: "Jurassic Park" in Sibirien: Mammuts sollen Tundra besiedeln

In den unendlichen Weiten der russischen Tundra verfolgen Wissenschaftler ein ehrgeiziges Projekt: Sie wollen eine längst ausgestorbene Welt wieder zum Leben erwecken.

Das Bild zeigt den Abtransport von Mammut-Stoßzähnen in Sibirien

Das Bild zeigt den Abtransport von Mammut-Stoßzähnen in Sibirien. Nachdem sie ausgestorben sind, sollen Wollhaarmammuts die Tundra wieder bevölkern.

16 Quadratkilometer ist das Gebiet groß, das zum Schauplatz einer wissenschaftlichen Sensation werden soll. Weit im Osten von sollen schon bald Lebewesen die Tundra bevölkern, die längst ausgestorben sind: Wollhaarmammuts. Vor 10.000 Jahren durchstreiften tausende der Tiere die sibirischen Steppen. Ein ehrgeiziges wissenschaftliches Projekt will sie dorthin zurückholen. Im Pleistozän-Park in einem Naturschutzgebiet im Norden von Jakutien sollen sie wieder eine Heimat finden.

Der Direktor des Parks, Nikita Zimow, ist davon überzeugt, dass die Wissenschaft nur noch wenige Jahre davon entfernt ist, das  mit Hilfe der Gentechnik wieder zum Leben zu erwecken. Und wenn es so weit ist, will er den passenden Lebensraum für das Tier bieten.   

Seit 19 Jahren arbeitet er nun daran, die sibirische Tundra in eine Steppe zu verwandeln - ein Ökosystem, das im Pleistozän-Zeitalter (2,5 Millionen Jahre v. Chr. - 10.000 Jahre v. Chr.) die Landschaft dominierte. Umgangssprachlich wird das Pleistozän oft mit dem Eiszeitalter gleichgesetzt, da in diese Zeit die Vergletscherung der Arktis fällt. Doch während im Mittelmeer Eisberge trieben, erstreckten sich in , Alaska und Kanada grüne Wiesen. 

Mammuts sollen dem Klimaschutz dienen

Doch Zimow will keinesfalls einen Freizeitpark oder eine Touristenattraktion à la "Jurassic Park" erschaffen. Seine Sorge gilt dem Klimaschutz. "Es wäre süß, wenn hier Mammuts herumlaufen würden", sagte er dem Magazin "The Atlantic". "Aber ich mache das nicht für sie oder andere Tiere. Ich versuche, das größere Problem des Klimawandels zu lösen. Ich mache das für die Menschen. Ich habe drei Töchter. Ich tue es für sie."

Denn die Wiesen sollen das Auftauen des arktischen Permafrosts verlangsamen. Damit die Steppe jedoch leben kann, ist eine Population großer Pflanzenfresser notwendig. Der Theorie nach zerstampfen sie nämlich den Schnee. Auf diese Weise kann die Erde im Winter durchfrieren, sodass sie im Sommer nicht mehr schnell auftaut.

Den Berechnungen Zimows zufolge lebten am Ende des Pleistozän auf einer Fläche von einem Quadratkilometer mindestens fünf Bisons, sechs Jakutenpferde, zehn Hirsche und ein Wollhaarmammut. 

Harvard-Forscher wollen Mammut-Hybrid erschaffen

Im Pleistozän-Park leben bereits unter anderem Rentiere, Elche, Pferde und Moschusochsen. In diesem Jahr sollen Büffel und Yaks folgen. Ein Zaun soll die Tiere am Verlassen des Parks hindern, bis sich ihre Populationen etabliert haben. Doch die wichtigste Art der Steppe fehlt noch - das Mammut.

Die Chancen, dass die Tiere bald wieder Sibirien bevölkern, sind tatsächlich nicht schlecht. Forscher an der Universität Harvard haben erst im vergangenen Monat konkrete Pläne vorgestellt, in zwei Jahren einen Hybrid-Embryo erschaffen zu wollen, der Gene des asiatischen Elefanten mit denen des Wollhaarmammuts verbindet. Möglich ist dies dank DNS-Fragmente, die Mammut-Überresten gefunden wurde.  


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